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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Fifty Eggs

DAN BERN

Wenn auf dieser Erde einer hinwandelt, der die Saiten der akustischen Gitarre schrubbt, mit einer nasalen Stimme ausgestattet ist, nicht die Blümchen von der Tapete singt, weil er etwas zu sagen hat und das auch noch ausgesprochen eloquent tut, dann ist die Sache meist klar: ein neuer BOB DYLAN wink
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Autor: intro.de

Wenn auf dieser Erde einer hinwandelt, der die Saiten der akustischen Gitarre schrubbt, mit einer nasalen Stimme ausgestattet ist, nicht die Blümchen von der Tapete singt, weil er etwas zu sagen hat und das auch noch ausgesprochen eloquent tut, dann ist die Sache meist klar: ein neuer BOB DYLAN winkt. Songwriter-Trauma? Muß nicht sein. "Well, I think in a way BOB DYLAN was sort of the DAN BERN of the '60s", soll letzterer die ständigen Vergleiche seiner Person mit der mürrischen Legende treffend kommentiert haben. Weil es auch im Zeitalter von Mobiltelefon, AIDS, Windows 95 und Viagra® genug Anlässe zur Beschwerde gibt, ist es um so schöner, wenn das einer mit solch sprühendem Sarkasmus und musikalischer Vielseitigkeit zuwege bringt: mit aggressiver Punk-Attitüde an der akustischen Gitarre in "Tiger Woods", weicher Ballade bei der einfühlsamen Erinnerung an das Seles-Attentat ("Monica"), edlem, von Band und Cello unterstütztem Groove und Texten, die geschaffen wären, ein für allemal den Unterschied zwischen Zynismus und Bitterkeit zu erklären. So mag die Korrektur der Evolutionstheorie ("Aliens Came And Fucked The Monkey") vielleicht nicht lehrplanfähig sein, doch bei dem Versuch, Plastikblumen, Faxgeräte und Michael Jordan mit der Menschheitsgeschichte in Einklang zu bringen, allemal hilfreicher als Darwins Finken. Und schlußendlich ist ANI DIFRANCOs geschickte Produktion noch ein weiteres Argument dafür, daß DAN BERN einfach gehört gehört.