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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Death Valley Oasis«

D33J

Wenn Ryan Hemsworth und Shlohmo deine BFFs sind, stehst du 2017 immer noch bei den coolen Kids im Club. »Death Valley Oasis«, das erste Album von Wedidit-Gründer D33J, überfliegt eine musikalische Coolness-Zusammenfassung der bisherigen Pop-Dekade. 
Geschrieben am
Das Cap ist geknickt, die Huaraches sind geschnürt, und der verspielte Schlafzimmer-Techno der »Gravel«-EP fusioniert auf Djavan Santos’ Album-Debüt mit dem schmuddeligen HipHop-Charme seiner »Tide Songs« zu jenem leichtfertigen Streetwear-Electro, den auch Sigur Rós vom Anticon-Knirps haben wollten. »Death Valley Oasis« ist aber vor allem Jahrzehnt-Musik: »Spark« mit der Indie-Rockerin Deradoorian deutet in seinem träumerischen Industrial das an, was man 2011 Future-R’n’B genannt hätte, »Dead Sea« holt das ekstatische BPitch-Berlin der 2000er ins heutige L.A., und »Wisp« trickst mit jenem Lo-Fi-House in der Hinterhand, den Drake auf »More Life« schon in den Kickdrums trug.

Der hypnagoge Soundcloud-Schmäh der Digital-Goths wird hier in ein geschmeidiges Technoclub-Ambiente gelegt. Ja, auch wenn D33J mit seinen losgelösten Himmelschor-Melodien und brummigen Bedroom-Beats als Wingman von Großraumdisko-Prolls wie Tory Lanze oder Lil Yachty weiterhin vorgeschubst wird, weil der Berghain-Türsteher mal wieder zu streng ist, bleibt der Solopfad »Death Valley Oasis« primär Afterhour-Musik, die man allein hört. In der Wüste des Tagesanbruchs.

D33J

Death Valley Oasis

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Anticon