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Devil\'s Night

D-12

D-12, Titel-Act unserer März-Ausgabe, kommt mit dem ersten ganzen Album. Der Name Eminem steht auf dem Sticker, der die CD schmückt, nicht größer als die der Anderen fünf guys - aber doch an erster Stelle. Hinten nochmal: „Executive Producer: Eminem“. Warum auch nicht? Schließlich ist das dirty Dutz
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D-12, Titel-Act unserer März-Ausgabe, kommt mit dem ersten ganzen Album. Der Name Eminem steht auf dem Sticker, der die CD schmückt, nicht größer als die der Anderen fünf guys - aber doch an erster Stelle. Hinten nochmal: „Executive Producer: Eminem“. Warum auch nicht? Schließlich ist das dirty Dutzend ja kein Geheimprojekt, sondern nur eine weitere Spielwiese für den kleinen blonden mit dem großen Schuh; hier eben mit seiner Gang am Start und dabei - wie die Maxi „Shit On You“ schon in Aussicht stellte - in düsteren, zurückgenommeneren Gefilden tätig. Nicht so catchy überdreht wie die „Marshall Mathers LP“ letztes Jahr. Deren helles Leuchten ja äußerst getrübt war von einer vermeintlich kokett inszenierten Homophobie. Platte des Monats? Nur wenn man den Diskurs aufgeben will. Jetzt D-12. Über staubtrockene - dem cheesy Miami sich nicht wirklich verpflichtet fühlende - Beats geht es wieder hoch her. Die Lyrics finden sich nicht im Booklet. Dafür mehr hübsche Protagonisten-Fotos, ein bisschen sind auch D-12 ja schon darling-mäßig unterwegs. Sex, Sexismus, coole Rapper. Wenn man da nicht differenzieren kann und will, kommt man endlich zum Unterhaltungswert. Dissen. Britneys Tits müssen genauso wie Michael Jackson als Zielscheibe herhalten. Das ist pubertär oder schon eher Koschwitz-esk, verfehlt seine Wirkung aber offenbar trotzdem nicht. Zumindest im virtuellen Raum von Fantasy und Medien. Auszug aus der neuen Ausgabe des Adoleszenz-Teenie-Mag Yam: „Zwei Stunden nach dem Interview war Freds [Durst] gute Laune schlagartig verflogen. Sein Manager Peter hatte ihm gesteckt, dass Eminem ihn im D-12-Track 'Girl' disst. Fred rastete völlig aus. Bilanz des Wutanfalls: Mehrere zersplitterte Flaschen und eine kaputte Toilette in der Garderobe...“ Na, also. Wahr oder falsch. It's worth nothing, wie wir geilen HipHop-Chicks gerne rappen. D-12 haben ja auch für uns hetero-sexbesessene Pussies was übrig. Und zwar all ihre cleveren Proll-Skillz und diese Mischung der selbsterrichteten Charaktere aus witzig-, gar ironischen Schnellfickern und ebenso den gangster-liken Street-Hotzenplotzen. Explicit lyrics. Die besten Titel des Albums lauten dann auch „**** Can Happen“, „P*** Like Me“ oder auch „P***** P*****“. Soviel Attitüde, Männer. Ihr habt echt die längsten. Gesichter. Just kidding, this is enthistorisierter Pop im flow von zugänglichem HipHop. Shake your Arschgesicht. Sorry, I'm really in the mood.