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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Von innen nach aussen

Curse

“Everytime I step to the microphone / I put my soul on 2inch reels that I don’t even know”, haben The Pharcyde dereinst auf ihrem zweiten Album “Labcabincalifornia” (Delicious Vinyl, 1995) der Nachwelt zu wissen gegeben. Curse dürfte sich dem mit Sätzen wie “Ich s
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“Everytime I step to the microphone / I put my soul on 2inch reels that I don’t even know”, haben The Pharcyde dereinst auf ihrem zweiten Album “Labcabincalifornia” (Delicious Vinyl, 1995) der Nachwelt zu wissen gegeben. Curse dürfte sich dem mit Sätzen wie “Ich schreib Rapmusik aus der Seele” oder “Rap war immer schon tiefste Emotion und der Rest sind Lügen” nahtlos ohne Wenn und Aber anschließen. Ja, “Rap ist Soulmusik”, und Curse ist nicht der erste, nicht der letzte und doch jemand, der gewissenhaft an der Synthese von Soul und HipHop arbeitet. “Von Innen Nach Außen” ist in diesem Sinne ein offenes Buch, vielleicht gar eine Art Tagebuch, und ein sowohl sehr amerikanisch klingendes Album wie auch eine Platte, deren referentieller Rahmen sich in durchdachter und dezidierter Form auf hiesige soziale und kulturelle Verhältnisse bezieht. Wie der Titel schon deutlich zu verstehen gibt, geht es dabei vor allem darum, sich selbst, seine eigenen Wünsche, Ansichten und Hoffnungen in Beziehungen zu anderen - sei es die Freundin, Freunde, Familie, Gesellschaft oder HipHop an sich - zu leben, zu definieren. Nichts scheint Curse suspekter als cooles Gepose, oberflächliches Getue und eindimensionale Denkweisen. So gehen daher Hand in Hand zarte Songs wie “Süßholz” oder “Wüstenblume” mit Frust-beladenen Tracks wie “Das Wird Schon” und “Herztod”, mit feierlichen HipHop-Brettern wie “Denk An Mich” (Killerzeile: “Denk an mich, wenn deine Eltern sich streiten um Kleinigkeiten. Dein Bruder zwar leidet, doch noch zu klein ist, um’s mitzuteilen”), “Lass Uns Doch Freunde sein” oder auch “Das Gegenmittel”. Dazu noch beißend ironische Tracks wie “Scheiß Auf Curse” und “Warum Nicht”. Together forever. Allein den eigentlichen Kern vieler seiner Gedanken, nämlich seinen Glauben an Gott, behält Curse weitestgehend für sich, und auch deshalb ist vielleicht die grundlegende Botschaft, die uns Curse als Künstler und Mensch vermittelt, selbst nach Antworten zu suchen und eigene Emotionen als Inspirationsquelle zu achten. PS: Wer es noch nicht weiß: Im Zuge der Anschläge auf das WTC veröffentlichte Curse über seine Homepage (www.curse.de) einen Track zum Thema. Unmittelbar und wichtig. Curse cares.