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"Cubistic Pop Manifesto"

Cubistic Pop Manifesto

"Eleganz", ein kleines, feines Label aus Osnabrück, hat sich der stilsicheren Vinyl-EP mit circa dreißig Minuten Spielzeit verschrieben. Die Veröffentlichungen kennzeichnet ein eigener Duktus irgendwo zwischen 60er-Verfolgungsjagd-Jazz, schrägem Beat, modernen Elektronika, Zerrgitarre und obskuren S
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Autor: intro.de

"Eleganz", ein kleines, feines Label aus Osnabrück, hat sich der stilsicheren Vinyl-EP mit circa dreißig Minuten Spielzeit verschrieben. Die Veröffentlichungen kennzeichnet ein eigener Duktus irgendwo zwischen 60er-Verfolgungsjagd-Jazz, schrägem Beat, modernen Elektronika, Zerrgitarre und obskuren Samples, der eleganten Club-Appeal transportiert, chic und zeitgemäß.
Cubistic Pop Manifesto (Eleganz 02) könnten auch aus Chicago kommen mit ihrer entspannt-chilligen Zuhörmusik aus echten Instrumenten und verhaschten Effekten. Dazu dann ruhig mal ein Loop, aber alles sehr deep. Besonders "Polymorphin", die B-Seite, hat's mir angetan und wird ihrem Namen gerecht: ein Rundumschlag. Nennen wir es Postrock oder Krautrock-Neo-Dub-Blabla. Egal. Der Sound schöpft seinen Reiz aus dem Zusammenspiel klassischer Bandzutaten und elektronischer Klangforschung.
Der Soundtrack zu dem Knetmännchen-Film "Pediculos Humanus" nimmt die A-Seite der großartigen EP des Münsteraners Jean-Michel (Eleganz 03) ein, die an allen Ecken und Enden bleept und klongt, zusammengehalten von einem zärtlichen Groove, über den sich ein kaputter Beat bricht. Arschtritt hoch 100. Es zerrt und scheppert, zäh wie - Knetgummi. Und noch ein Gruß an Mouse On Mars. Aber vergiß die Klampfe nicht. Die B-Seite dann die totale Fräse. Böse Beats und winzige elektronische Klangkörper zerlegen die heile Popwelt. So muß Elektronika heute schmecken. Ganz großes Ding, das.
Kommen wir zu Elektro Twist, die mit "Zero Trick" vom "Raketenjazz" betitelten und inzwischen vergriffenen Erstling eine Art persönlichen Sommerhit kreiert hatten. Pack die Badehose ein, wenn Surf-Instrumentals auf rockblockende Beats treffen. "The Invisible Striptease" schließt hier an. "Die High-Tech-Mods entführen uns in ihr bizarres Panoptikum verschollener Sounds und verruchter Atmosphären", titelt das Info treffend. Tief in die Raritäten-Plattenkiste gegriffen. Und locker in den totalen Spagat gefedert. Elektro Twist basteln eine moderne Wall Of Sounds ausschließlich aus musikhistorischen Schätzen. Und klingen trotzdem verdammt heute. Frische Easy-Barjazz-Tanzflur-Geschichte. Future Listening sozusagen, mit allem, was dazugehört. Riesig und groß.
Und wer im Laden seines Vertrauens auf diese gelben oder roten Cover mit dem "Eleganz"-Branding in der Mitte trifft, kann wirklich, so er sich für abstrakt groovende Elektronika mit besonderem Kick interessiert, blind zugreifen. (Eleganz: Fax (0541) 86953, E-Mail: eleganz@gmx.net)