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So war's: Zurück in die Zukunft

Crystal Fighters live

Die Londoner Folktronic-Kommune feiert im bereits seit Monaten ausverkauften Lido eine rauschende Party, die locker über die kleinen Schwächen des aktuellen Albums hinwegtröstet.
Geschrieben am
24.05.2013, Berlin, Lido

Gegen die Weiterentwicklung einer Band lässt sich grundsätzlich nichts einwenden. Wenn der Kurswechsel aber so wie bei den Crystal Fighters ausfällt, stellt sich doch die Frage, ob Stillstand nicht die bessere Alternative gewesen wäre. Denn die Band hat mit dem homogeneren »Cave Rave« zwar einen äußerst melodieverliebten Nachfolger zum aufregenden Debüt eingespielt, der allerdings aufgrund konventionelleren Songwritings und erstaunlich glatter Produktion zu sehr Richtung Mainstream schielt.

Beim heutigen Auftritt der Crystal Fighters ist davon jedoch kaum etwas zu spüren. Bereits der energetische Opener »Solar System« stellt klar, dass das Quintett um den wie gewohnt sympathisch verspulten Sebastian Pringle nichts von seinen mitreißenden Live-Qualitäten eingebüßt hat. Dadurch gewinnen selbst hervorstechende neue Songs wie das vielschichtige »Separator« oder der trotz radiofreundlicher Tendenzen legitime »Plage«-Nachfolger »You & I« an zusätzlicher Größe. Dem kann auch eine im Vergleich zu den Anfangstagen der Formation deutlich professionellere Performance beinahe nichts anhaben. Nur hin und wieder missfällt die ein oder andere unnötige Mitmachanimation. Die ungemein enthusiastischen und nahezu dauerhaft hüpfenden Konzertbesucher stört das nicht. Zu Recht. Denn den Crystal Fighters gelingt es durch superbe Tracks à la »Love Is All I Got« oder »At Home«, in eine Euphorie zu versetzen, wie es nur wenige Acts verstehen.



Folgerichtig wird die Zugabe dann auch nicht erklatscht, sondern ertrampelt. Und tatsächlich schaffen es die Crystal Fighters, ihr mehrheitlich aus »Star Of Love«-Stücken bestehendes Set zu krönen. Während der voluminös wummernde Bass des entfesselnden »I Love London« sogar noch die Wände des benachbarten Magnet Clubs durchdringen dürfte, führt das zunächst unscheinbar anmutende, im Folgenden aber um so wirkungsvollere »Xtatic Truth« schlussendlich fast zur glückseligen Besinnungslosigkeit: »There's nothing left here to worry about.«