×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Crime Story Tapes

Mardi Gras.bb

War das eine Überraschung, damals, vor bald 15 Jahren, im Gleis 22 in Münster.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Da stand diese Blaskapelle fast in Big-Band-Größe auf der Bühne, marschierte auch mal mitten durchs Publikum und brachte den Mardi Gras, den Straßenkarneval aus New Orleans, nach Westfalen. Heute ist die Band, die interessanterweise gar nicht vom Mississippi, sondern aus Mannheim kommt, musikalisch schon lange nicht mehr nur in der US-Südstaatenmetropole beheimatet. Klangen die ersten Alben der Combo – bei allen hippen Sample- und Scratch-Beigaben – noch stark nach Delta-Blues und Brass-Band-Jazz, so hat sich die Palette über die Jahre kontinuierlich erweitert, es schlichen sich etwa Country und Chanson ein. Auf ihrem letzten Album »Von Humboldt Picnic« traten sie gar eine musikalische Reise um die Welt an. Wie schon der ambitionierte Vorgänger ist nun auch »Crime Story Tapes« ein Konzeptalbum. Doch statt auf den Spuren des Naturforschers Alexander von Humboldt sind Mardi Gras.bb diesmal in hörspielartigen Songs wie »Headshot« oder »Chinatown« dem Krimiautoren Raymond Chandler, bekannt geworden durch die Bogart-Verfilmungen, auf den Fersen. Die Texte sind herrlich skurril, die Musik ist wunderbar altmodisch, an Swing und dem Cabaret der 40er-Jahre orientiert – indes nicht frei von Schrägtönereien à la Tom Waits und Kurt Weill. Im Jahr des Doppeljubiläums – zwanzig Jahre Bandbestehen, zehntes Album – bringen uns Mardi Gras.bb erneut ein ganz großes Werk.

in drei Worten:
Altmodisch / Skurril / Bogart