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»Tell Me How You Really Feel«

Courtney Barnett

»It’s getting dark in times«: Ihre schwungvolle Slacker-Frische tauscht Courtney Barnett gegen zuweilen düstere Impulse ein, aber ihr Album endet mit Hoffnung.

Geschrieben am

Kurt Vile, Courtney Barnetts Bruder im Geiste, weiß, wie es geht, Könnerschaft durch scheinbare Beiläufigkeit zu demonstrieren. Auch Barnett schlurft stimmlich oftmals wie unbeteiligt durch ihre Songs. Was beide Künstler eint, sind die Fähigkeit, großartige Songs zu schreiben, und der originäre Ansatz ihrer Texte. Dass die Produktion einer zweiten Platte nach einem Kritikerlieblingsdebüt nicht die einfachste Aufgabe ist, bekam die Australierin am eigenen Leib zu spüren. Schreibblockaden und düstere Stimmungen kamen bei ihr auf, und dieser existenzialistische Cocktail ist auf dem Album in Teilen nachfühlbar. Natürlich ist vieles wieder da, was Barnett so verehrenswert macht: die unverkennbare, immer leicht genervt klingende Stimme, die melodischen Gitarren und das Zupackende.

Doch zunächst zieht »Tell Me How You Really Feel« ihre Hörer bis in den Keller, nachzuhören im Opener »Hopelessness«, und dort gehen erst mal alle Lichter aus. Nach diesem Song zu urteilen, hatte Barnett tatsächlich bittere Versagensängste. Doch die Platte führt, so sagt sie es selbst, vom Regen in die Sonne: An Momenten der Selbstbehauptung (»Im not your mother, I’m not your bitch«) vorbei leitet sie mit »Sunday Roast« fast schon fröhlich heraus. Insgesamt gibt es weniger Lo-Fi-Sperenzchen, die Lieder sind ausproduzierter, was ihnen nicht schadet. Denn die Texte sind dafür umso assoziativer geworden, von einzelnen, fast schon parolenhaften Momenten einmal abgesehen.

Courtney Barnett

Tell Me How You Really Feel

Release: 18.05.2018

℗ 2018 Marathon Artists

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