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If You Had Stayed...

Contriva

Auf den Cover- und Band-Fotos von Contriva kann man immer viel Himmel sehen. Das passt gut zur Musik. Denn obwohl die Vier eigentlich richtige Hauptstadtkinder sind und mit ihren verschiedenen anderen Projekten (Mina, Britta oder Masha Qrellas Soloalbum) nicht aus Berlins Post-Wohnzimmer-Szene wegzu
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Auf den Cover- und Band-Fotos von Contriva kann man immer viel Himmel sehen. Das passt gut zur Musik. Denn obwohl die Vier eigentlich richtige Hauptstadtkinder sind und mit ihren verschiedenen anderen Projekten (Mina, Britta oder Masha Qrellas Soloalbum) nicht aus Berlins Post-Wohnzimmer-Szene wegzudenken, geht der Blick bei Contriva doch immer ins Weite, in ländliche Idylle, imaginäre Urlaubsziele irgendwo im Osten. Mit “If You Had Stayed...” auf den Ohren zieht man dann an klaren Wintertagen durch die Häuserschluchten und denkt an den Sommer. Man könnte doch mal wieder in den Wald gehen und Pilze suchen. Leuten wie Contriva kauft man solche Sätze einfach ab. Seit Erscheinen ihres Debüts “Tell Me When” vor drei Jahren arbeiten Contriva an ihrer ganz eigenen, brüchigen Form dessen, was trotz dezenter elektronischer Garnierung die derzeit vielleicht authentischste Variante von deutschem Country ist. Ohne dessen Bilderwelten und völlig instrumental allerdings. Und vor allem: mit vielen Gitarren. Meist mit herrlich perlenden, cleanen Akustiksounds und zurückhaltend plinkernd. Doch wenn die gedankenverlorene Entspanntheit wie bei “Self Service” doch mal durch angezerrtes Gitarren-Feedback durchbrochen wird, merkt man, dass Contriva nicht nur gemütlich sind sondern auch richtig rocken können. Vorzugsweise live. Noch einige Detailbemerkungen: Die Orgeln sind nicht mehr so dominant wie früher, dafür gibt es jetzt zweimal herrliche Streicher. Das Schlagzeug klopft regelmäßiger, die Songs sind seltbstbewusster, klarer und weniger verfrickelt. Das steht ihnen wirklich gut. “Instead” hat einen hammermäßig zurückgelehnten Beat und auf “Forget About Nightshifts” singen im Hintergrund zu seltsamen, minimal-charmanten Contriva-Akkordverschiebungen die Vögel. So muss das sein. Superlative hat diese Platte allemal verdient, aber dann doch gar nicht nötig. Danke.