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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

... Introduce Me To Someone Really Cool EP

CONTRIVA

Wenn man ehrlich ist, werden die Augenblicke aufrichtiger Begeisterung (also mit allem Drum und Dran, feuchte Hände und so ...), je mehr man sich unterschiedlicher Musik aussetzt, immer seltener. Wenn's dann trotzdem passiert, ist die Freude um so größer, so geschehen beim Auftritt der Berliner CONT
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Autor: intro.de

Wenn man ehrlich ist, werden die Augenblicke aufrichtiger Begeisterung (also mit allem Drum und Dran, feuchte Hände und so ...), je mehr man sich unterschiedlicher Musik aussetzt, immer seltener. Wenn's dann trotzdem passiert, ist die Freude um so größer, so geschehen beim Auftritt der Berliner CONTRIVA im Schlepptau der "Ocean Club"-Radionacht in der Bonner Kunsthalle. Zugegeben: ein ziemlich offizieller Rahmen, der eigentlich gar nicht so richtig zu der jungen Band aus dem Szene-Umfeld der Berliner "Wohnzimmermusik" und des "Monika"-Labels (u. a. QUARKS, BARBARA MORGENSTERN) paßt. Aber als CONTRIVA, die mit ihrem Line-up (Orgel, Gitarre, Baß und Schlagzeug) allein optisch ein wenig an STEREOLAB erinnerten, zu summen und schrammeln anfingen, wurde es gleich warm in der guten alten Indie-Stube, die neuerdings mit viel Instrumental-Pop beheizt wird. Und darin sind CONTRIVA wirklich meisterhaft. Nach einer 10- und einer 7-Inch im letzten Jahr ("Contriva / Zimt" und "Kuschel XTC", alle über "Lok Musik", Fax: 030 / 449 54 52) ist der Aufforderung "... Introduce Me To Someone Really Cool" eigentlich nur schwer zu entsprechen, denn CONTRIVA selber sind in ihrer clever-bescheidenen Art in Wahrheit die coolsten Typen around. Hanns, Masha, Max und Rike führen treibendes Disko-Schlagzeug mit analogem Elektro-Gedengel und eleganten Country-Gitarrentexturen zusammen, tagträumen, verfrickeln und verlaufen sich dabei irgendwo zwischen Niedlich und Post-Melancholisch, um am Ende ihrer sechs großartigen Instrumental-Nummern doch nicht in Chicago, sondern irgendwo in der Nähe von Friedrichshain herauszukommen. Tolle Streicher bei "8 Eyes" machen den Traum von der perfekten Pop-Band komplett, die so unangestrengt und auf eine völlig selbstverständliche Weise sowohl modern wie zeitlos klingt, wie ich das schon lange nicht mehr gehört habe. Danach muß man eigentlich einen Zug besteigen, irgendwohin fahren und den ersten Menschen, der auf der Straße ein Lied pfeift, fragen, ob er noch ein paar wirklich tolle Leute kennt. CONTRIVA könnten darunter sein.