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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Annihilator-Qualitäten

Colour Of Fire

Man kommt nicht umhin, es so direkt zu formulieren: Fette Produktion, die die Band aus York, England da vorlegt. Wobei das Artwork mit seinen Kinderzeichnungen nicht so ganz zum bombastischen Sound von ›Pearl Necklace‹ (Pias) passen will - da gehören eigentlich fünf Meter hohe Flammen und, ähm: ‘n
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Man kommt nicht umhin, es so direkt zu formulieren: Fette Produktion, die die Band aus York, England da vorlegt. Wobei das Artwork mit seinen Kinderzeichnungen nicht so ganz zum bombastischen Sound von ›Pearl Necklace‹ (Pias) passen will – da gehören eigentlich fünf Meter hohe Flammen und, ähm: ‘n paar nackte Frauen aufs Cover. Das sieht Gitarrist Stuart allerdings anders: »Diese Roboter als tragisch scheiternde und doch lächerliche Figuren finde ich ganz geil. Passend zur Platte. Der Kumpel, der das Artwork gemacht hat, hat sich ohne Vorgaben nur von der Musik inspirieren lassen.« Die Musik hat es hier besonders in sich. Man nehme zum Beispiel ›A Couple Of Reasons‹. Das Stück beginnt super, verliert sich aber mit seinem brachialen Refrain in einer seltsamen Metal-Ästhetik. Nichts gegen harte Musik, aber dieser ständige Wechsel zwischen poppigen Parts und Stumpf-Metal-Gekloppe, das hat schon Annihilator-Qualitäten. Wobei man attestieren muss, dass sich die Gitarren wirklich extrem geil aufgeblasen anhören. Mehr als solide für ein Debütalbum. Gegründet wurden COF vor zwei Jahren. Stuart spielte damals noch mit seiner Vorgängerband eine Mischung aus Stooges und Primal Scream. Owen, der jetzige COF-Sänger, war deren größter Fan. Irgendwann nahm Stuart ihn unter »seine Fittiche und brachte ihm Gitarrespielen und Ficken bei« und gründete mit ihm COF. Und wenn man das so hört, wundert man sich auch nicht über die interessanten Texte der Band. Die klingen oft inspiriert von LSD-Horror-Trips. Oder weniger hochtrabend formuliert: nach depressiver, pubertärer Verwirrung – und ein bisschen verschämt zudem. »Es ist natürlich alles ziemlich ironisch gemeint«, sagt Stuart. Und liefert damit die Standardantwort all jener, die noch nicht so recht wissen, was sie sagen sollen. Wär ja auch seltsam, wenn alles schon so weit entwickelt wäre wie die Gitarren.