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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Echoes In Blue«

City Calm Down

Mit ihrer zweiten Platte »Echoes In Blue« zeigen City Calm Down aus Melbourne, wie lupenreiner Indie-Rock geht.

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Ein Echo beschreibt einen Widerhall, der entsteht, wenn eine Schallwelle stark verzögert reflektiert wird. Dadurch hört man ein Geräusch, Worte oder auch Musik zeitversetzt und in abgeschwächter Form ein weiteres Mal. Sechs Jahre nach ihrem Debüt liefern die Australier von City Calm Down jetzt ein Album, das solche Echos schon im Namen trägt. Jack Bourke, Sam Mullaly, Jeremy Sonnenberg und Lee Armstrong spielen konsequent perfektionierte Gitarrenmusik zwischen Bruce Springsteen und 2000er-Indie-Rock. Die breite Instrumentierung, in der hier ein Keyboard flimmert und dort hymnisch-triumphierende Blechbläser voll zur Geltung kommen, beweist: Die vier Jungs aus Melbourne haben ihre Hausaufgaben gemacht. Gäbe es Unterricht in Indie-Rock, hätten sie womöglich als Klassenbeste abgeschnitten.

Während die wärmende Stimme von Frontmann Bourke sicher durch die Platte trägt, obwohl sie Zweifel, Depressionen und gesellschaftliche Probleme besingt, bleibt der Sound von »Echoes In Blue« streckenweise tief im Referenziellen stecken. In »Decision Fatigue« klingt das 1980er-Zitat in seiner energetischen Ausschmückung nach den frühen Arcade Fire. »Pride« funktioniert ähnlich, zeigt jedoch durch das hüpfende Saxophon und den gedeckten Gesang deutliche War-On-Drugs-Bezüge. Nennen wir es Doppelzitieren oder passenderweise einfach Echo. Auch wenn der Sound dadurch etwas an Eigendynamik verliert, erzeugen die zwölf Synthie-Rock-Stücke auf »Echoes In Blue« einen wunderbaren Widerhall unserer liebsten Indie-Rock-Perlen.

City Calm Down

Echoes In Blue

Release: 06.04.2018

℗ 2018 I OH YOU