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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»European Soul«

Citizens!

Citizens! beschließen auf »European Soul«, dass die fetten Jahre jetzt beginnen sollen. Sie schreiben Völlerei groß und fahren alles auf, was synthielastiger Indie-Pop hergibt.
Geschrieben am
Nach ihrem Debüt aus dem Jahr 2011 haben sich Citizens!, die vier schwer gehypten Jungs aus Englands Hauptstadt, einfach mal Zeit gelassen. Ihr Comeback-Album hat seinen Scheidepunkt aber schon direkt zu Beginn: Wenn die ersten zwei Songs einer neuen Platte gleich die beiden Vorab-Singles sind, ist das Pulver entweder schon am Anfang verschossen, oder aber das Album besteht nur aus Krachern. Bei den Londonern trifft leider Ersteres zu. Drei Jahre nach »Here We Are« lassen Citizens! auf »European Soul« 1980er-Discokugeln glücklich aufblitzen, und zwar mit allen Sperenzchen: mit »Lighten up«-Chören, epischen Gitarren-Soli bei »Xmas In Japan«, Uhhhs und Aaahs und Synthesizern sowieso.

Genau wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, macht auch viel Getue nicht automatisch ein rundes Album. Citizens! sind so stark auf Disco toupiert, dass man ihnen hier und da ein Glätteisen zuwerfen will. Spätestens bei »Are You Ready« hat man genug von Kopfstimme und sakralem Männergesangsverein. »Mamma mia, nein«, rebelliert der Gehörgang bei der gruseligen Musical-Nummer »All I Want Is You«. Um die Hälfte reduziert, wäre »European Soul« ein schniekes Sommeralbum. Der Rest ist ein schauderhafter Mix aus Schifferklavier, Gospel und Schlaghose. Autsch. »Somebody have mercy on me!«
– Citizens!  »European Soul« (Sony / VÖ 10.04.15)

Citizens!

European Soul (Deluxe)

Release: 10.04.2015

℗ 2014 Kitsuné Musique EURL under exclusive license to Sony Music Entertainment UK Limited