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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Sunny Day I Caught Tintarella Di Luna For A Picnic At The Cemetery

Chris Leo's Vague Angels

Feingliedrige Akustikgitarren-Drones, statische Dramatik, eckiger Funk und Chris Leos unterkühlte Deklamationen - ungemütlich, aber spannungsgeladen.
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Feingliedrige Akustikgitarren-Drones, statische Dramatik, eckiger Funk und Chris Leos unterkühlte Deklamationen - ungemütlich, aber spannungsgeladen.

Chris Leo, wegen seiner Verdienste bei The Van Pelt und The Lapse auf ewig Schutzheiliger der Emo-Veganer-Hardcore-Gemeinde, kehrt nach seiner Tätigkeit als Buchautor zur Rockmusik zurück. Das Covergemälde, das ziemlich perfekt den LP-Titel illustriert, ruft ein in dem bekannten Smiths-Song "Cemetery Gates" entworfenes Szenario auf. Dabei bewegt sich die Musik zwischen der kubistischen Rhythmik von Postpunkbands wie Red Krayola oder The Fall und der statischen Dramatik der legendären Postrock-Pioniere Slint.

Chris Leos distanziert-unterkühlt vorgetragene Deklamationen sind eingebettet in eine Soundästhetik, die von einem stets in disziplinierten Bahnen verlaufenden Akustikgitarren-Drone angetrieben wird, dessen feingliedrige Textur in jedem Moment intakt bleibt. Die Tendenz, Melodien lediglich anzudeuten, schafft viel Platz für einen repetitiven Funk, der dabei eher eckig als geschmeidig groovt. Diese Musik klingt auf reizvolle Weise düster, nackt und ungemütlich, wie ein Horror-Film, in dem man sich unmöglich wohlfühlen kann, der aber dennoch eine hypnotische Spannung entfaltet.

In drei Worten: The Van Pelt / Drone / Spannung