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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Clarence Park

Chris Clark

Sonnenuntergang in Ambienthausen. Intelligent Dance Music ist eine niedlich anzusehende Vorstadt-Kolonie, deren süßlich duftende Melancholie mal grade noch zum Nachmittagsnickerchen auf der Veranda einlädt. Nichts für Warps jungen Wilden Chris Clark, der sein Debüt “Clarence Park” zwar mit verspielt
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Sonnenuntergang in Ambienthausen. Intelligent Dance Music ist eine niedlich anzusehende Vorstadt-Kolonie, deren süßlich duftende Melancholie mal grade noch zum Nachmittagsnickerchen auf der Veranda einlädt. Nichts für Warps jungen Wilden Chris Clark, der sein Debüt “Clarence Park” zwar mit verspielter “fin de siècle”-Romatik beginnt, dann aber schnell zu aufwühlendem Soundprocessing übergeht. “Clarence Park” ist ein Extrembasteljob, der Cut-up-Beats, wilde, im Computer bearbeitete Loops, Restgeräusche und Hochfrequenz-Knirschen zu vierzehn meist nicht mal dreiminütigen Tracks zusammenschraubt. Von pastoralen Soundteppichen bis zu extrem kleinteiligen Beatcollagen legt der 21jährige, in Bristol lebende Künstler eine stilistische Vielfalt an den Tag, mit der er mühelos zwischen sakral angehauchtem Soundtrack, Pop-Hymne und kryptischem Elektro-Funk wechselt. Dass ihm dabei Breaks mit Melodien zum Mitpfeifen (“Lord Of The Dance”) genausogut gelingen wie heftige DSP-Gewitter (“Proper Lofi”), ist Ehrensache. “Clarence Park” ist sowohl rüpelhaft als auch romantisch. Ein Album voller scharfkantiger Sounds, brüchiger Chaos-Beats, aber auch mit der nötigen Portion Soul, um jetzt schon zu den ganz großen Überraschungen des Jahres zu zählen.