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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

CHRIS & CARLA, WILLARD GRANT CONSPIRACY

The good news first: Die Reise nach Berlin lohnte sich. An einem verregneten Mittwochabend finden sich etwa 350 Angehörige der Chris Eckman/Carla Torgerson-Fan-Gemeinde zu einem Liederabend der schöneren Art ein. Während sich die beiden vor Jahren bei "Shelter for an evening" auf ihre Stimmen und Gi
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Autor: intro.de

The good news first: Die Reise nach Berlin lohnte sich. An einem verregneten Mittwochabend finden sich etwa 350 Angehörige der Chris Eckman/Carla Torgerson-Fan-Gemeinde zu einem Liederabend der schöneren Art ein. Während sich die beiden vor Jahren bei "Shelter for an evening" auf ihre Stimmen und Gitarren beschränkten, sorgt nun auf der "SWINGER 500"-Tour der Einsatz von Keyboards und Samples für ein abwechslungsreicheres, interessanteres Klangspektrum. Atmosphärisch dicht kommen die Songs vom neuen Solowerk im Kreuzberger Gotteshaus rüber. Ungewohnt und schön klingt die akustische "The Light Will Stay On"-Fassung vom vorletzten Walkabouts-Album Devil's Road. Schade, daß Morrissey nicht im Publikum weilte. Dann hätte er bei den Zugaben eine Smiths-Coverversion (There is a light that never goes out) erlebt, die das Original als lieblos heruntergeleiert entlarvte. Chris an den Tasten, seine tiefe, beruhigende Stimme und dann Carla, beim Refrain miteinstimmend "To die by your side, such a heavenly way to die/To die by your side, the pleasure and the privilege is mine." Nie war Sterben schöner ... Hoffentlich wird diese Fassung eines trüben Tages veröffentlicht.
Während Willard Grant Conspiracy in Berlin als Opener ihr Set allein bestreiten, werden sie im ehemaligen Strasburger Milchhof bei einigen Liedern von Chris und Carla tastenmäßig unterstützt. Die vier Jungs aus Boston (Gesang, 2 Gitarren, 1 Violine) präsentieren ihre zweites Werk "flying low". Sehr schöne, düstere Balladen. Wer sie live nicht erleben durfte, sollte sich unbedingt "Evening Mass" und "House Is Not A Home" anhören.
Im kleinen Saal der "laiterie" kommt das Chris & Carla-Konzert im Vergleich zur weiträumigen Passionskirche noch ein Touch näher und direkter rüber. Ansonsten der gleiche Genuß. Beim letzten Lied des Abends (sinnigerweise "Famous Last Words") gesellen sich zum Abschied die vier Bostoner mit auf die kleine Bühne: "Good luck in every song - don't give a fuck for what's already done."
P.S.: "Good luck to you, Mister Gorski."