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Chemical Chords

Stereolab

Sich zu wiederholen gehört zur Kunst wie die Butter aufs Brot. Stereolab verstehen es wie kaum eine andere Band, dies produktiv zu nutzen.
Geschrieben am
Sich zu wiederholen gehört zur Kunst wie die Butter aufs Brot. Stereolab verstehen es wie kaum eine andere Band, dies produktiv zu nutzen.

Tim Gane und Laetitia Sadier variieren und erweitern seit den frühen 90ern ihre ganz eigene Mischung aus Chanson, Easy Listening und cleverer Retro-Elektronik, ohne dabei jemals ihre ursprüngliche Kraft und Leidenschaft verloren zu haben.

Das neue Album "Chemical Chords" beweist dies erneut. So frisch, leicht und temporeich wie beim Eröffnungsstück "Neon Beanbag" klangen Stereolab seit "Emperor Tomato Ketchup" nicht mehr. Selbstbewusst und prägnant treibt der Bass die erste Single "Three Women" voran, großartig orchestrierte Bläsersätze - arrangiert vom alten Freund und Ex-High-Llamas-Sänger Sean O'Hagan - sorgen für zusätzliches Soul-Feeling, während sich Laetitias Gesang durch immer wieder überraschende Tonlagen schraubt.

Trotz der Fülle an musikalischen Einfällen bleibt das Ganze am Ende aber immer nachvollziehbar und wird so zu einem eingängigen Popsong. Das ist vielleicht das größte Geheimnis dieser Band. Im Gegensatz zu einigen der letzten Alben, bei denen man eher das Gefühl hatte, die Band beim klanglichen Experimentieren und Erforschen immer komplexerer Strukturen zu beobachten, wirken die sechzehn Songs auf "Chemical Chords" geschlossen, kommen schnell auf den Punkt und sprühen trotzdem nur so vor überraschenden Arrangements, einer opulenten Orchestrierung und einfach tollen Melodien. "Chemical Chords" ist Stereolabs klarstes, konzentriertestes Album seit Jahren und damit vielleicht sogar ihr bestes seit der Jahrtausendwende.