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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Push The Button

Chemical Brothers

Ist das hier das Ergebnis zufriedenen Ausruhens auf einem Stapel aus acht Millionen verkauften Alben oder das neueste (minimal redesignte) Update eines verlässlichen All-in-one-Produkts, das schon seit elf Jahren bestens seinen Zweck erfüllt? Ich tendiere eher zur zweiten Alternative. ›Push The Bu
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Ist das hier das Ergebnis zufriedenen Ausruhens auf einem Stapel aus acht Millionen verkauften Alben oder das neueste (minimal redesignte) Update eines verlässlichen All-in-one-Produkts, das schon seit elf Jahren bestens seinen Zweck erfüllt? Ich tendiere eher zur zweiten Alternative. ›Push The Button‹, das fünfte Album der Chemical Brothers, ist Musik, die zu jeder nur erdenklichen Lebenssituation (ausgenommen vielleicht Beerdingungen, und selbst da wäre ich mir nicht wirklich sicher) passt. Zwar ist sie vielschichtig, abwechslungsreich, eklektizistisch, mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet, aber doch so vage, so sehr auf irgendeine diffuse gute Laune hin produziert, so sehr auf die Hörgewohnheiten und daraus resultierenden Erwartungshaltungen des durchschnittlichen heutigen westlichen Stadtbewohners zugeschnitten, dass sie bereits mit einem absoluten Minimum an Aufmerksamkeit auskommt, um ihre Wirkung zu entfalten. Und diese Wirkung lässt sich mit Hilfe des Lautstärkereglers stufenlos und beliebig variieren: leise zum Chillen, Kuscheln usw., zimmerlautstark zum Frühstücken, Abwaschen, wenn Besuch da ist, ganz laut dann natürlich zum Abfeiern bzw. -rocken. Die Chemical Brothers machen Chamäleon-Musik, die nirgends aneckt, es jedem recht macht, deren Einzigartigkeit allein darin besteht, das so gut und so unnervig hinzubekommen wie sonst nichts. Es ist Muzak, musikalisches Prozac und endlosschleifentaugliche akustische Innenarchitektur (das, was Ambient eigentlich sein sollte) ebenso wie der Sound, der die Autobahnfahrt auf ein Zehntel der Länge zusammenschrumpfen lässt oder tief in der Samstagnacht noch die letzten Kraftreserven mobilisieren kann. Wenn man denn möchte – denn zwingend ist hier natürlich nichts.