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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

im Interview

Charlatans

'The Only One I Know' ... - Für wen war es nicht einer, wenn nicht sogar der Dancehit der vergange­nen RAVE-Ära? Ein Titel, mit dem die Scharlatane, aus dem Nichts kommend, nach ganz oben in die europäischen Charts knallten! Seither werden sie natürlich auch als Vorzeigehand der inzwischen a
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'The Only One I Know' ... - Für wen war es nicht einer, wenn nicht sogar der Dancehit der vergange­nen RAVE-Ära? Ein Titel, mit dem die Scharlatane, aus dem Nichts kommend, nach ganz oben in die europäischen Charts knallten! Seither werden sie natürlich auch als Vorzeigehand der inzwischen abgeklungenen Welle gehandelt. Nun bringen sie ihr zweites Album 'Between 10th And 11th', von nie­mand geringerem als dem U2-Mischer Flood produziert, auf dem Markt. Ein Album mit zehn Songs voller Groove und Dancerythmen, was die Vorabsingle „Weirdo" be­reits überdeutlich machen konnte. Kürzlich begaben sich Sänger Tim und Drummer Jan auf PR-Tour durch ganz Europa. Auf ihrer Interviewliste in einem Kölner Cafe stand auch ...

INTRO:
Wie seht Ihr im Nachhin­ein die Zeit von Eurer Band­gründung bis zu Eurem kommerziellen Durchbruch und würdet Ihr heute einiges anders machen?

TIM: „Die Band gibt es ja doch schon eine ganze Zeit länger, als es meist be­kannt ist. In dieser Form formierten wir uns ein Jahr vor unserem, wie Du es nennst, kommerziellen Durchbruch. Aber wir sind total glücklich darüber und bereuen, was unsere Karriere an­geht, eigentlich nichts. Oder was meinst Du Jan?" (Jan grinst nur und schüttelt den Kopf)

Intro:
Gab es den „RAVE" schon vor Eurer Zeit oder wurde dieser Trend als solcher erst durch die Medien ins Leben gerufen?

JAN: Ach weißt Du, das ist eigentlich nur so ein Begriff um Bands einzuord­nen, die einen Sound machten, den es zuvor einfach noch nicht gab. Die Medien haben den Begriff erschaffen, nicht die Bands!

Intro: Nach Euerm Debutalbum „Some Friendly" und den Megahit „The Only One I Know" war es um die CHARLATANS ja doch viel ru­higer geworden. Wie habt Ihr denn das letzte Jahr so empfun­den, nachdem ihr im Jahr zuvor noch in allen Schlagzeilen aufge­taucht seit und wenn es da nur um Deine (Sänger Tim) Haare oder Zehennägel ging?

TIM (grinst, lacht): „Das mit meinem Körper ist jetzt zum Glück vorbei. Da gibt's aber bestimmt wieder neue Op­fer. Die Pause und Ruhe, von der Du gesprochen hast, war außerordentlich wichtig für uns. Wir mußten Ruhe und Zeit investieren, um ein gutes Album hinzukriegen und ich denke es hat sich gelohnt.."

Intro:
Wie würdet Ihr selbst Eure neue LP „Between lOth And llth" beschreiben? Das ist jetzt mal Eure Chance!

TIM (bedankt sich): „Das alles um­schreibende Wort für diese Platte ist DYNAMIK! Sie ist zielstrebiger und ef­fektiver in ihrer Wirkung und hat au­ßerdem einen tollen Sound. Wir sind wirklich zufrieden!

Intro:
Ist es nicht ein Problem den RAVE- Stempel, der Euch auf­gedrückt wurde, wieder zu ent­fernen bzw. den Leuten zu zeigen, daß Ihr auch nach „RAVE" mit Eurer Musik bestehen könnt?

JAN (denkt nach): „Das ist eine wirklich gute Frage. Du hast es ja eigentlich auch erkannt, daß wir es nicht waren, die sich diese Kennzeichnung gegeben ha­ben, sondern die Medienfritzen. Ich denke, wir haben gerade auf dem neu­en Album eine Art entwickelt, die zwar sehr tanzbar ist, aber trotzdem genug Eigenständigkeit hat, um zu (über)leben. Die Leute/Käufer müßen's im Endeffekt entscheiden."

Intro:
Auch auf Eurem zweiten Album gibt es hauptsächlich Tanzbares zu hören, ohne daß dabei auch härtere Gitarrenriffs und Abwechslung zu kurz kom­men. Was versucht Ihr denn hauptsächlich mit Eurer Musik zu vermitteln?

JAN: Ich sagte ja, da ist einfach mehr drin als das, was man als RAVE bezeich­net. Klar es ist oft tanzbar, aber hat auch melancholische Züge und mit härteren Gitarren wird's zusätzlich dynamisch. TIM: „Auf dieser Platte gibt es für fast jede Gelegenheit einen Song. Du kannst dazu tanzen, aber auch zuhören. Das kann ich zu den Tekkno-House- Sa­chen beim besten Willen nicht."

Intro:
Vorausgesetzt das neue Album verkauft sich erneut sehr gut und die Tour läuft wieder toll, könnt Ihr dann noch länger bei einem Label wie Beggars Banquet bleiben oder ruft dann der MAJOR?

JAN: „Nein! Wir sind echt zufrieden mit der Zusammenarbeit und wollen vor­erst auf alle Fälle bei 'Beggars' bleiben. Außerdem ist das Label doch wirklich renommiert und schlagkräftig genug." TIM: „Hier sind wir noch wir selbst und haben Möglichkeiten unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Warum sollten wir da wechseln?"

Intro:
Was hören denn Tim und Jon selbst, wenn sie gestreßt oder relaxt nach Hause kommen und Lust auf Musik haben?

TIM: „Puhh, vor allem Neil Young, Perfect Disaster und Kraftwerk." JAN: „Public Image!"

Intro:
Würdet Ihr mir noch ei­nen besonderen Wunsch erfüllen und eine berühmte Person, wie Ihr sie seht, auf dieses Blatt hier malen?

JAN & TIM (schauen sich verwundert an, murmeln vor sich hin und entschei­den sich): O.K., aber es muß was über Raumschiff Enterprise sein, (beide malen ausgelassen und mit sicher­lich viel Spaß.)

Intro:
Vielen Dank der Besatzung für das Interview, ein angenehmes „biemen" (Scotti kriegt das schon hin) und viel Erfolg für Album und Tour!

JAN & TIM: „O.K., wir sehen uns in einer anderen Galaxis. Viel Glück und Erfolg mit Eurem Musik­magazin, aber werdet nicht zum Major!