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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wer wir sind

Cavern Of Anti-Matter im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief. Diesmal stellen wir euch Cavern Of Anti-Matter aus Berlin vor.

Geschrieben am

Interview:
Benni Bender

Herkunft Berlin
Genre Kosmischer Krautrock- und Electro-Cocktail
Mitglieder 3
Besondere Vorkommnisse Stereolab-Gründer und Ideengeber von Cavern Of Anti-Matter Tim Gane kam eher zufällig auf den ausgefallenen Albumtitel: Einen Aufsteller mit der Aufschrift »Homemade Lemonade« deutete der Brite erst auf den zweiten Blick richtig.
Aktuelles Album »Hormone Lemonade« (Duophonic / Rough Trade)

Tim, du warst schon in mehrere Projekte involviert und hast dabei von Rock über Jazz bis hin zu diversen Electronica allerhand Stil-Streifzüge unternommen. Wie wichtig ist es, als Künstler wandlungsfähig zu bleiben?
Kommt darauf an, wo man hier die Grenzen ziehen möchte. Im Studio vertraue ich meinen Instinkten. Dabei geht es mir gar nicht darum, möglichst viele Genres abzuhaken. Das war schon bei Stereolab so. Die Variabilität in unserer Musik ist etwas ganz Natürliches. Am Ende des Tages bin ich aber manchmal selbst überrascht darüber, was rauskommt.

Du hast Cavern Of Anti-Matter mit deinem langjährigen Kollegen, dem ehemaligen Stereolab-Drummer Joe Dilworth, ins Leben gerufen. Wie viel von der alten Band-DNA steckt im neuen Projekt?
Eine Menge! Die DNA steckt ja auch in mir. Ehrlich gesagt versuche ich auch gar nicht zu vermeiden, dass Cavern Of Anti-Matter ein wenig wie Stereolab klingen. Ich bin ja immer noch dieselbe Person, die immer noch von denselben Klängen überzeugt ist und mit demselben Equipment arbeitet.

Dein neues Album »Hormone Lemonade« erinnert an Kraftwerks »Autobahn«, da es auf ähnliche Weise blecherne Effekte mit analogen Synthesizern und kosmischen Krautrock-Elementen verbindet. Korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.
Das stimmt schon, aber es kommt auch immer darauf an, unter welchen Gesichtspunkten man zwei Alben miteinander vergleichen möchte. Wenn es heißt: »Die hast du einfach nur kopiert«, dann wäre das kaum schmeichelhaft. Kraftwerk sind aber tatsächlich eine dieser Bands, die mich schon als Junge fasziniert haben. Hinter der vermeintlichen Simplizität ihrer repetitiven Sound-Muster stecken immer sehr komplexe Arbeitsprozesse, die für den Hörer oftmals gar nicht nachzuvollziehen sind. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Den Vergleich nehme ich aber gerne als Kompliment.

Für Cavern Of Anti-Matter bist du von London nach Berlin gezogen. Gibt es Unterschiede in der Art und Weise, wie dich diese Städte inspirieren?
Da besteht kein großer Unterschied. Um ehrlich zu sein beziehe ich meine Inspiration nicht aus meiner Umgebung, sondern aus dem, was sich in meinem Kopf zusammenstaut. Natürlich beeinflusst ein Umzug deine Sichtweise auf dieses und jenes, aber persönlich finde ich es immer sehr verdächtig, wenn Künstler behaupten, Berlin habe ihnen komplett neue Welten eröffnet. Würde ich jetzt in Spanien wohnen, wäre mein Sound dadurch auch nicht sonniger.

Gemeinsam mit Joe Dilworth und Holger Zapf setzt du voll auf analoge Synthesizer und eine selbst gebaute Drum-Machine. Altbackene Standards sind gerade wieder en vogue, nicht wahr?
Eigentlich hasse ich diesen nostalgischen Trend! Das ganze Synth-Equipment, das ich besitze, habe ich aber nun mal – schon seit den 80ern. Der Sound, den wir hiermit erzeugen, ist immer noch unschlagbar. Ich arbeite ungern mit MPCs, einfach, weil hier ‘ne ganze Menge verloren geht. Als ich nach Berlin kam, habe ich mit verschiedenen Softwares rumexperimentiert. Nach einem Jahr war klar, dass diese Art zu produzieren meinen künstlerischen Tod bedeuten würde. Mit den Synthesizern ist das komplett anders. Dabei richten wir uns aber in keinster Weise danach, was nun retro oder nostalgisch rüberkommt, sondern einfach nach dem, was uns eh schon immer gefallen hat.

Cavern of Anti-Matter

Hormone Lemonade

Release: 23.03.2018

℗ 2018 Duophonic