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Antenna

Cave In

Nachdem sich Cave In als Support der Foo Fighters an große Hallen gewöhnen konnten, ist „Antenna“ ihr Majordebüt. Das macht viele alte Fans der Band nervös. Die vor Jahren erledigte Abkehr von brachialem Metalcore zu epischem Space-Rock mit Rush-Verwandtschaft brachte mit dem Album „Jupiter“ und der
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Nachdem sich Cave In als Support der Foo Fighters an große Hallen gewöhnen konnten, ist „Antenna“ ihr Majordebüt. Das macht viele alte Fans der Band nervös. Die vor Jahren erledigte Abkehr von brachialem Metalcore zu epischem Space-Rock mit Rush-Verwandtschaft brachte mit dem Album „Jupiter“ und der jüngsten EP „Tides Of Tomorrow“ (beide Hydra Head) zwar begeisternde Ergebnisse, diese schienen aber auch nicht gerade zeitgeistig, radio- oder massenkompatibel. Cave In haben sich nie darum geschert, ob bisherige Fans mit neuem Material etwas anfangen konnten, und tatsächlich sind sie mit „Antenna“ näher an Stadionrock und Airplay als je. So sehr und grundsätzlich geändert hat sich allerdings doch nichts, kein Grund für resigniertes Kopfschütteln. Na gut, klassisch-akustische Rocksongs wie „Beautiful Son“ hätte man eher von Elliott Smith erwartet und „Anchor“ eher von den Foo Fighters. Das bombastische „Joy Opposites“ aber wäre auch auf „Jupiter“ durchgegangen. Mit „Seafrost“ überschreiten Cave In wieder die 8-Minuten-Songlänge, das Led-Zeppelin-lastige „Inspire“ oder „Woodwork“ sind längst aus ihrem Live-Set bekannt. Laut Sänger Stephen Brodsky war es die selbst gewählte Herausforderung, anstelle von neunminütigen Epen diesmal kürzere, konzentriertere Songs zu schreiben. Das ist gelungen. Brodsky selbst hat im Vorfeld der Veröffentlichung das Wort „Pop“ über seine Lippen kommen lassen. Pop ist „Antenna“ aber nicht wirklich, sondern Rock, Prog-Rock, AOR, wie die letzte Sunny Day Real Estate oder Muse. War das nicht mal ein Feindbild? Trotzdem schön.