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Big Wheel And Others

Cass McCombs

Cass McCombs legt ein ambitioniertes Langwerk vor, das voller Religion steckt, aber nicht religiös ist. Mit 70 Minuten Spielzeit, darunter trotzdem kaum Längen.
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»Satan Is My Toy«, »The Burning Of The Temple, 2012«, »Sooner Cheat Death Than Fool Love« – Songtitel wie diese sagen schon fast alles über den alttestamentarisch angehauchten Größenwahn von Cass McCombs’ neuem Doppelalbum. Etwa zeitgleich mit seinen Singer/Songwriter-Kollegen Grant Hart, der zuletzt mit »The Argument« eine Bearbeitung von John Miltons Vers-Epos »Paradise Lost« veröffentlichte, und Joseph Arthur, der die sich über zwei CDs erstreckende »Ballad Of Boogie Christ« sang, legt nun auch McCombs ein ambitioniertes Langwerk vor, das voller Religion steckt, aber nicht religiös ist. Und auch er kratzt die Kurve, schrammt am Last Exit Bombast vorbei, schafft ein Doppelalbum, das trotz allem 70er-Jahre-Konzeptalbum-Geist und über 70 Minuten Spielzeit kaum Längen aufweist. Was auch daran liegt, dass die Songs musikalisch ein sehr weites Spektrum abdecken: Steel-Gitarren-Americana (»Angel Blood«), Boogie-Glam, düstere Psychedelia, schleppender Blues, Früh-Pink-Floyd, schwitzender Funk. Ein Album voller Kunstwille, doch angenehmerweise wenig prätentiös, eher offenherzig, persönlich, intim. Feine kleine Wohnzimmeroper.

 

In drei Worten: Liebe / Tod / Teufel