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»9«

Cashmere Cat

Magnus Høiberg alias Cashmere Cat schickt sich mit seinem Debütalbum an, den Pop gewordenen Ausläufern moderner HipHop-Spielarten seinen kuriosen Zauber zu verleihen.
Geschrieben am
Magnus Høiberg ist ein wunderliches Phänomen. In einer Welt, in der sich die Mehrheit bevorzugt in virilen Posen auf protzigen DJ-Kanzeln übt, kommt das skandinavische Wunderkind mit Winkekatze und Fisherprice-Keyboard um die Ecke. Als Cashmere Cat verleiht Høiberg dem prolligen Duktus des gemeinhin als Trap bezeichneten Club-Sounds mit den HipHop-Wurzeln nämlich einen genuin putzigen Dreh. Der ist stellenweise derart kunstvoll überzeichnet, dass Hörer und Hörerinnen unter der bonbonfarbenen Fassade schnell etwas durch und durch Authentisches wähnen. Das Debütalbum von Cashmere Cat mutet dabei fast schon wie ein Befreiungsschlag an, mit dem sich der schüchterne Norweger vollends der Pop-Musik in Reinform zuwendet und dafür auch konsequenterweise Gäste wie The Weeknd, Selena Gomez oder Ariana Grande an das Mikrofon bittet. Doch so clever die dabei entstandenen Kaugummi-Hymnen auch anmuten, so sehr fehlt es über die gesamte Länge des Albums an wirkungsvollen Brüchen und Irritationen. Dabei geht es weniger um eine ironische Distanzierung von der eigenen Formel, sondern schlichtweg um notwendige Kontraste, die die hier inszenierten Gegensätze noch ein wenig plastischer herausarbeiten könnten. Davon abgesehen ist »9« eine wundervolle Demonstration davon, wie sehr sich gewisse Genres von ihren Vorzeichen befreien und dehnen lassen.

Cashmere Cat

9

Release: 28.04.2017

℗ 2017 Mad Love/Interscope Records