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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Leikko

Case Conrad

Schon wieder Männer mit Karohemden und Gitarren – und zugegebenermaßen, im durch traurige Männer mit Bärten übersättigten Musikmarkt sticht diese Platte nicht unbedingt heraus.
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Das Leben in Schweden ist ein teures – 2,50 € für die Dose Billigbier (Kategorie »Paderborner«), und gut und gerne mal 30 € für die Flasche Wodka aus dem Lidl. Was liegt da näher als auszuwandern nach Barcelona? Da gibt es billige Sangria und wärmer als in Skandinavien ist es sowieso. Das dachten sich wohl die fünf Herren von Case Conrad, als sie beschlossen, ihr zweites Album im warmen Spanien aufzunehmen. »Leikko«, die akustisch umgesetzte Malmö-Barcelona-Connection, angesiedelt irgendwo zwischen Athlete, Grizzly Bear und Bell X1.

Zehn Indie-Folk-Pop-Songs, durchdacht arrangiert und übereinander geschichtet, zugedeckt vom Flüsterfalsettgesang der zwei Leadsänger. Ja, schon wieder Männer mit Karohemden und Gitarren – und zugegebenermaßen, im durch traurige Männer mit Bärten übersättigten Musikmarkt sticht diese Platte nicht unbedingt heraus, plätschert sie doch irgendwie ziemlich ereignislos dahin. Einzig die ruhigeren Songs wie »Asleep« oder »Redwood«, die sich sicher hervorragend in einer eingeschneiten Holzhütte in Skandinavien machen würden, wissen zu überzeugen. Vielleicht ist Sangria also doch nicht das richtige Getränk für die schwere schwedische Seele und Barcelona doch nicht der »place to be« für verträumt-melancholischen Indiepop. Case Conrad möchten bitte zurück ins Småland gebracht werden.

 

In drei Worten: Malmö / Karohemden / Monotonie