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Carried To Dust

Calexico

Auch wenn die Bandchefs Joey Burns und John Convertino es wahrscheinlich mittlerweile nicht mehr hören können, aber der Mexiko-Mariachi-Verweis hat sich unauslöschlich in die Band-Bio eingebrannt.
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Auch wenn die Bandchefs Joey Burns und John Convertino es wahrscheinlich mittlerweile nicht mehr hören können, aber der Mexiko-Mariachi-Verweis hat sich unauslöschlich in die Band-Bio eingebrannt.

Natürlich gibt es auch auf "Carried To Dust" wieder genug Latino-Rhythmen, Trompeten und Schrubbelgitarren. Ist vielleicht aber auch bloß die Beschränktheit europäischer, mit Mainstream-Pop konditionierter Zuhörer, dass dieses fremd säuselnde Wüstengefühl irgendwo territorial geerdet werden muss. Aber da ist ja noch viel mehr weltmusikalische Inspiration: Gezupftes Asien, polternder Balkan und herzschmerzendes Spanien kann man deutlicher denn je raushören. Wer an der Grenze zwischen den Welten von Amerika und Mexiko lebt, braucht ja nicht mit Steinen zu werfen.

Endgültig wurden die Landschaftsbilder aus den Köpfen von Burns und Convertino nun in leicht verdauliche vierminütige Song-Formate gepresst mit klassischen Strophe/Refrain-Strukturen und gebunden durch kleine Klangminiaturen. Das wirkt hier und da vielleicht ein wenig repetitiv, lässt die dröhnenden Ausbrüche früherer Alben vermissen, zeigt aber gleichzeitig, dass Calexico niemandem gefallen wollen, außer sich selbst und Gastmusikern wie Sam Beam, Douglas McCombs und Pieta Brown.

Ist "Carried To Dust" ein Konzeptalbum?
Joey Burns: Ja, vielleicht ist es das. Es gibt ein paar Erzählstränge, die sich ganz gut ineinander fügen. Aber das ist völlig beiläufig entstanden. Es gab da keinen Masterplan oder so.

Den roten Faden bilden einige Texte über den Autorenstreik in Hollywood letzten Winter. Wie kam es zu diesem Thema?
Der Streik hatte einen riesigen Einfluss auf das ganze Land, was sonst selten der Fall ist. Normalerweise interessieren sich Amerikaner nicht für Streiks. Aber plötzlich waren die Late-Night-Shows mit ihren sozialen und politischen Kommentaren wie tot. Und ich habe sie wirklich vermisst und mich gefragt, was die Autoren wohl tun - außer zu streiken. Der Streik dient nun als Tür in den Kopf eines Kerls namens William.

Wie passen die anderen Songs in dieses Konzept?
Das Album ist sehr offen, hier hat alles seinen Platz. Für uns sind Instrumentals wichtig, weil sie Hörern die Möglichkeit bieten, eigene Storys zur Musik zu ersinnen. Genauso wie die Zusammenarbeit mit Gastmusikern, die alle ihren Flavour beitragen. Das ist es, worum es uns mit Calexico geht - Offenheit.