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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Move On Up 2015

Buttering Trio im Interview

Am 16. Mai findet erneut der Konzertabend Move On Up im Rahmen der Movimentos Festwochen in Wolfsburg statt. Intro ist wie schon 2014 Medienpartner und stellt nach und nach die wichtigsten Bands vor. Nach unserem Interview mit Headliner Get Well Soon folgt nun das Gespräch mit dem israelischen Buttering Trio. Konstantin Maier sprach für uns mit Sängerin Keren Dunietz.
Geschrieben am
Nachdem wir kürzlich schon mit Get Well Soon über den Move On Up-Abend sprachen und im Vorfeld bereits All We Are vorstellten, folgt nun das Interivew mit dem israelischen Buttering Trio. Alle Infos zum Move On Up findet ihr hier auf der offiziellen Website oder aber auf unserer Themenseite.
Israel hat eine der wichtigsten Jazz- als auch Start-up-Szenen des Mittelmeerraums. Deren Leistungen haben heutzutage globale Auswirkungen. Bekannt ist das Land leider eher als Krisenherd. Siehst du einen Zusammenhang oder ist es vielmehr Zufall?  
Es gibt immer eine Verbindung zwischen zwei Dingen. In diesem Fall wäre es die Offensichtlichste, dass Menschen, die in Gefahr oder im Überlebens-Modus leben müssen, dazu neigen, einen starken Willen zum Leben, lebendige Energie und kreative Impulse zu mobilisieren. Mehr als Menschen, denen es gut geht.  

Ist es heutzutage überhaupt möglich, unpolitisch zu sein, als ein israelischer Künstler?
 
Das ist eine Frage der Einstellung. Aber als Gruppe fühlen wir auf jeden Fall zu einem gewissen Maß die Verantwortung gegenüber unserem Protest für Frieden und Heilung.  

Das neue Album
wurde in einer improvisierten Sitzung in Tel Aviv in nur drei aufeinanderfolgenden Tagen aufgezeichnet - gerade dann, als das Land unter dem Schock des Ausbruchs des Gaza-Kriegs stand. Die Festwochen stehen unter dem ambitionierten Motto »Frieden«. Ist das ein besonderes Thema für euch?
 
Unser Protest durch Musik und Worte, der kein gewalttätiger ist, muss diese Chancen nutzen, um gehört zu werden. Also ja, es ist ein ganz besonderes Ereignis für uns und wir freuen uns, daran teilzunehmen.  

Ihr kamt alle drei eigentlich als Solo-Künstler aus Tel Aviv und habt euch in Berlin gefunden. Was haben die beiden Städte gemeinsam? Was gefällt dir an Berlin? Was magst du gar nicht? 
Diese beiden Städte sind wie kulturelle und soziale Inseln, jeweils in ihrem eigenen Land. Kunst scheint dort so zu blühen wie in keiner anderen umliegenden Stadt. Weil beide starke kreative Zentren sind, repräsentieren sie beide die Möglichkeit zur Vergebung und Erneuerung. Wir lieben die Berliner Chill-Atmosphäre und ihre eklektische Natur. Es wäre interessant, es das ganze Jahr über in Sonneschein zu sehen.  

Kennt ihr die anderen Acts des Festivals? Findet ihre eine bestimmte Band besonders gut, oder habt ihr je eine davon live gesehen?  
Wir kannten die meisten der Bands zuvor nicht. Aber wir freuen uns sehr, zum Beispiel All We Are live zu sehen. Die sind super groovy.  

Was ist deine erste Erinnerung an ein Festival?
 
Unsere erste Festival-Show als Band war bei Israels größtem Wüsten-Festival »InDnegev Festival« im Jahr 2011. Es war unsere dritte Show überhaupt und wir sind an diesen total verrückten Ort geraten. Das war wirklich magisch.  

Geht ihr zu Festivals? Was mögt ihr daran?
 
Einige von uns waren richtige Festivalliebhaber. Aber es waren einige Jahre harte Studioarbeit. Deswegen war es eher schwierig, uns beim Partymachen auf einem Festival zu treffen.  

Eure Alben
heißen »Toast« und »Jam« und auch euer Bandname »Butter« hat etwas mit Essen zu tun. Welche Rolle spielt Essen für euch und eure Musik?
 
Du bist, was du isst, was du hörst, was du sagst, so heißt es doch zumindest. Auf all diese Sachen kommt es an. Vielleicht haben wir deshalb leckeres Essen verwendet. Make Falafel not War. Außerdem ist ein gutes Frühstück das Wichtigste für einen guten Tag.  

Was ist
die Geschichte hinter dem Bandnamen?
 
Der Name »Butterring« stammt von einer Berliner Konditorei, in die wir ständig gingen, als wir das Album aufnahmen und für ein Jahr in Berlin wohnten. Aber gleichzeitig ist es eine Metapher für das Gefühl, das du beim Hören unserer Musik hast.  

Eure Musik wird oft als Jazz deklariert. Fühlst du dich wohl mit dem Label Jazz oder wie würdest du eure Musik beschreiben?
 
Jazz ist einer unserer großen Einflüsse, aber genauso auch Funk, Hip Hop und Dub. Die Mischung aus diesen verschiedenen Einflüssen verändert ständig und damit auch jeden Song. 

Ihr habt bereits Support von Leuten wie Hudson Mohawke oder Snoop Dogg bekommen. Letzterer beschrieb euch als »dope as fuck«. Wie fühlst du dich mit solcher Unterstützung im Rücken?  
Es fühlt sich großartig an, solche Unterstützung zu bekommen, vor allem von Künstlern,
die wir mögen. Und wir versuchen auch so viel positives Feedback wie möglich an alle guten Leute zu verteilen. 
 

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß auf dem Festival!