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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Der Dub-Virus

Bus

Englisch ausgesprochen klingt Bus wie Bass, und davon lebt der Dub. Für Computer-Nerds ist Bus vielleicht eher der Teil, der die Sounds möglichst schnell von der Festplatte zu den Lautsprechern schiebt. Das Berliner Duo Daniel Meteo und Tom Thiel vereint beides: eine Leidenschaft für jamaikanische M
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Englisch ausgesprochen klingt Bus wie Bass, und davon lebt der Dub. Für Computer-Nerds ist Bus vielleicht eher der Teil, der die Sounds möglichst schnell von der Festplatte zu den Lautsprechern schiebt. Das Berliner Duo Daniel Meteo und Tom Thiel vereint beides: eine Leidenschaft für jamaikanische Musik, elektronische Sounds und HipHop, aber man kann mit ihnen gleichermaßen gut über die neue Platte von Oval oder die neueste Audio-Software plaudern. Angedockt an das Netzwerk, bestehend aus Daniels Booking-Agentur Meteosound, seinem Label Submission, Toms früheren Aktivitäten bei Sun Electric und dem Ocean-Club als Verbindungsglied, können Bus überall prima mitmischen. Und sind mit ihrem neuen Album ›Middle Of The Road‹ auf Poles ~Scape-Label bestens aufgehoben.

War die erste Maxi ›Westen‹ mit dem zehnminütigen Titeltrack nach eigener Aussage noch eher eine »elektronische Dub-Symphonie«, wenden Bus sich auf ihrem Albumdebüt dem Song-Format zu. Mehr Beats, weniger Clicks, dafür ein für ~Scape ungewöhnlicher Pop-Appeal und der unübertreffliche Vocal-Flow der Glasgower Rapperin MC Soom T machen das Album zu einer genialen Mischung. Soom Ts eigene Gruppe Monkeytribe veröffentlichte grade ihre erste Maxi ›Delaware‹ auf Submission: »Eigentlich kommt sie vom HipHop, ist seit fünf Jahren MC und so flexibel, dass sie fast alles machen kann. Und live hat sie die Menge supergut im Griff«, gibt es Schulterklopfen von Daniel und Tom.

Referenzen sind bei Bus immer zum Auseinander-Nehmen da, seien es Reggae-Klassiker wie King Jammy oder die Scientists oder aktueller Underground-HipHop wie Jaydee oder das Detroiter Beat-Wunderkind Dabrye, der einen Remix zur kommenden Bus-Maxi beisteuert. Präzise verschleppte, tief dahinrollende Bassdrums, warmherzige Dub-Orgeln und freundlich gefilterte Synthie-Sounds sind bei Bus musikalisch genauso drin wie der Rhythmus eines Mac-Mausklicks. Urbaner Dub ohne Scheuklappen eben.