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Dolle und nicht so dolle Kandidaten

Bundesvision 2007

Wie schon in den letzten Jahren macht der Event von Stefan Raab einen Spagat zwischen Künstlern mit Indie-Background und übelstem Mainstream.
Geschrieben am

Wie sieht eigentlich eine Aftershow-Party beim Bundesvision Song Contest aus? In Extremo saufen gemeinsam mit den Brugger Brothers TipTop und versauen mit ihren gefetteten Wildlederanzügen die weißen Smokings der Bayern. Marlon klagt über entzündete Tränensäcke, weil er noch immer seiner Bravo-Karriere hinterherweint. Der Sänger von Revolverheld hat mal wieder das Kamerateam von Viva an den Hacken, das ihm selbst auf das Herrenklo folgt, weil man hofft, dort zufällig ein kiffendes Seeed-Member zu "schießen". Der Manager von AK4711 lässt es so richtig krachen, weil er es geschafft hat, seine Band völlig talentfrei auf den Wettbewerb zu bekommen und einfach mal denkt: "Das hab' ich mir verdient!". Und zwischen all der F- bis Z-Prominenz wankt ein rotgesichtiger Vertreter der Stadt Wetzlar umher, der noch immer nicht fassen kann, dass seine Stadt für einen Abend Mittelpunkt der Pro 7 Welt ist. Und Stefan Raab? Der liegt schon seit Stunden im Bett.

Das sind natürlich völlig überzogene Mutmaßungen, aber es ist schon ein bizarres Phänomen, wie bei diesem Musikevent Indie-Künstler und Mainstream-Klons aufeinandertreffen. Deshalb ist auch die Meinung über Raab und sein Engagement eine gespaltene. Virginia Jetzt!, die bei der Premiere im Jahr 2005 antraten, sagen in der aktuellen Intro-Story dazu: "Wir hatten wunderschöne Tage, mit einem sympathischen, sehr musikinteressierten Gastgeber. Ich glaube, Stefan Raab hat genau so viel Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt wie Daniel Kempf ins Immergut-Festival. Eigentlich wollen ja immer alle hören, dass der Raab ein Arschloch ist. Ist er aber nicht." Olli Schulz sieht das komplett anders. Im Interview mit den Herren Venker und Volkmann leistete er folgenden Schwur: "Ich schwöre jetzt hier an dieser Stelle: Beim Bundesvision Song Contest würde ich nie im Leben auftreten. Ehe trinke ich meinen eigenen Urin literweise. "

Nun stehen die ersten Kandidaten für das kommende Jahr, und auch diesmal kann man sich schon im Vorfeld lustige Szenen für die Aftershow-Party ausmalen. So treten Oomph! gemeinsam mit Die Happy-Frontdame Marta Jandová an. Jan Delay präsentiert seinen Track 'Feuer'. Kim Frank, der einst mit Echt sein erstes Mal vertonte, trällert über ein Mädel namens 'Lara'. Mia. laden in ihren 'Zirkus' und versuchen den Berlin-Sieg aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Und D-Flame sorgt dafür, dass auch das gerappte Versmaß seinen Platz erhält. Ob die sich alle vertragen werden? Und wieder gemeinsam während des Abspanns zum Gewinnertrack schunkeln? Man weiß es (noch) nicht. Für euch stellt sich natürlich wieder die Gewissensfrage: Schaut man sich das jetzt an? Tja, da können wir leider auch nicht helfen.