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Großes Kino Parkgarage

Broken Bells

Für nicht wenige Besucher des diesjährigen SXSW in Austin gehörte der Broken-Bells-Auftritt in einem Parkhaus zu den Highlights. Brian Burton (Danger Mouse) und James Mercer (Sänger der Shins) spielten sich mit Begleitband beeindruckend routiniert durch ihren noch kleinen Katalog.
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Für nicht wenige Besucher des diesjährigen SXSW in Austin gehörte der Broken-Bells-Auftritt in einem Parkhaus zu den Highlights. Brian Burton (Danger Mouse) und James Mercer (Sänger der Shins) spielten sich mit Begleitband beeindruckend routiniert durch ihren noch kleinen Katalog.

Das Konzert war Teil einer mit „Pop-Up Concerts“ überschriebenen Konzertreihe, deren verbindendes Moment die Spontaneität der erst kurzfristig angekündigten Auftritte war. Was im Fall von Broken Bells umso erstaunlicher war, da sich das Duo als Liveact gerade erst erfunden hatte und im Rahmen der Interviews zum selbst betitelten Debütalbum ein wenig unsicher war, wie dieses umzusetzen sei – zumindest Burton schien mit seiner Rolle noch zu hadern: „Deine Frage zielt wohl auf mich. Denn dass James singt, ist klar. Was ich machen werde? Hm, ich weiß nicht, vielleicht Schlagzeug spielen.“



Die Fans machten sich in Austin über derartige Zweifel keine Gedanken, sie wollten einfach nur dabei sein. Und wer es nicht richtig rein schaffte, der hielt sich irgendwie an der Seitenwand fest und versuchte zumindest einzelne Blicke zu ergattern – unter anderem auf den in der Tat an den Drums sitzenden Burton.
Begonnen hat alles in einem idyllischen Musikzimmer mit Kamin, zumindest, wenn man den Promobildern von Broken Bells glauben darf. Was man, wie Burton erzählt, natürlich nicht sollte: Das hätte ihm zwar auch gefallen, in echt hätten sie aber in einem alten, ziemlich cosy wirkenden Officegebäude in Los Angeles gearbeitet, in dem ein Zahnarzt und ein Immobilienmakler ihre unmittelbaren Nachbarn seien. Was, so Mercer, natürlich dafür sorge, dass sich nachts niemand über sie beschweren würde. Alle Songs des Albums wurden gemeinsam in ebendiesem Studio geschrieben, und selbst die Texte, ursprünglich eigentlich Mercers alleiniges Territorium, entstanden laut dem Sänger im Austauschprozess – was Burton, nicht unsympathisch lachend, so kommentiert: „Lass es mich so sagen: Ich habe viel angeboten, aber da er es singen muss, hat er das letzte Wort. Oft sind das ja auch nur spätnächtliche betrunkene Diskussionen über dies und das – und ich nenn es dann ‘ich habe angeboten’.“

Beim Gespräch mit den beiden wird schnell deutlich, dass Broken Bells mehr ist als ein Seitenprojekt oder Ablenkungsspielerei. Dazu sind sie selbst viel zu sehr angetan von dem, was aus ihren lockeren Sessions an verbindlichem Material entstanden ist. Das Album erinnert natürlich an Arbeiten der Protagonisten, beispielsweise an Burtons Produktion des letzten Beck-Albums „Modern Guilt„, aber noch stärker an das erste Shins-Album „Oh, Inverted World„ –als Schnittmenge thront über allem die Liebe der beiden zum klassischen Sixties-Sound. Ein Einfluss, den sich Burton, aufgewachsen mit Motown und 70s-Radio, erst spät erarbeitet hat: Er erzählt die lustige Geschichte, wie seine Eltern, Bezieher eines Pop-CD-Abos, aus Versehen statt der 76er- die 66er-Edition geschickt bekamen und er auf diesen neuen Sound abfuhr. Mercers Weg in die Sixties führte übrigens von Pink Floyd („Dark Side Of The Moon“) über Bands wieThe Jesus And Mary Chain. Und eurer nun über Broken Bells ...
 
Sonntag – Converse Main Stage