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»II«

Briqueville

Dem Metal stehen zwei Dinge gut: das Okkulte und das Kultische – beides Auseinandersetzungen mit dem stets präsenten Überthema Religion. Briqueville abstrahieren das auf ihre Weise zu einer Art Spiritual-Metal.
Geschrieben am
Zöge man eine gedachte Linie von Sunn O))) zu Ghost, Briqueville lägen mit Sicherheit darauf. Die Kraft schleppender Akkorde, die Schönheit der Verzerrung, die Masken, das Verschwörerische. Briqueville indes verzichten auch noch auf eine Frontfigur, bauen die Stimme höchstens als Sample oder Chant wie ein weiteres Instrument ein. Auf der Bühne tragen alle schwarze Roben und goldene, grob geschnittene Masken. Auf ihrer ersten Platte gaben sie ihrer Mischung aus Doom-Riffing und Post-Metal-Strukturen noch Samples hinzu, die an spiritistische Sitzungen und okkulte Handlungen erinnerten. Auf dem neuen Album wurde das wieder reduziert. Es geht nunmehr nur noch um das Repetitive, die hypnotische Kraft der Wiederholung. Einzig die Lead-Gitarre bringt manchmal eine Art Gesang hinein, manche Melodien wirken ein wenig orientalisch, nie jedoch kitschig. Es ist das Erfolgsprinzip von Black Sabbath, gepaart mit einer Erzählweise, die eher einem Score ähnelt und daher manchmal auf Mogwai oder Godspeed You! Black Emperor verweist. Allerdings verlassen die Belgier nie die beinahe archaische Simplizität, die zwar mehr Akkorde kennt als der Ansatz von Sunn O))), die vielleicht auch nicht ganz so stark auf die Physis verstärkter, verzerrter Gitarren setzt, dennoch aber eine gewisse Wucht mit einer Art Metal-Séance verbindet. Briqueville und ihr schwarzes Ritual – sie machen wirklich alles auf eindrucksvolle Weise richtig.

Briqueville

II

Release: 24.02.2017

℗ 2017 BRISK