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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Brilliant! Tragic!

Art Brut

Art Brut setzen auf bewährte Zutaten, die die Band aber schon weitaus besser und origineller servierte.
Geschrieben am

Eine verlorene Seele ist er immer noch, dieser Eddie Argos. Der ironische Duktus in seinen Texten ist auch auf »Brilliant! Tragic!« geblieben – schade nur, dass ihm die stilbildenden Alltagsbeobachtungen des Working-Class-Hedonisten sukzessive zur repetitiven Methode geronnen sind. Inhaltlich hat das nunmehr vierte Art-Brut-Album neben dem Selbstzitat wenig Neues einzubringen. Es geht abermals um die kleinen Geschichten, die Argos mit offenem Visier und dem Herz auf der Zunge nach außen trägt, nur: 2011 ist der holprige Welpencharme verbraucht, und die Spitzfindigkeiten und pointierten Beobachtungen auf den Vorgängern erreichen auf dem jüngsten Album eine neue Form der Schlichtheit. Von Art Brut bekam man das alles schon besser und in ähnlicher Form serviert.

Auch musikalisch scheint der Wagemut verflogen. Nachdem auf dem zweiten Album auch mal Bläsersätze zu nonchalanten Popmomenten führten, regiert auf »Brilliant! Tragic!« größtenteils dumpf bollernder Pixies-Rock ohne doppelten Boden (das mag daran liegen, dass erneut Frank Black, Frontmann ebenjener Pixies, als Produzent fungierte). Die Ankündigung, dass Eddie Argos auf diesem Album vermehrt singen wird, erweist sich zudem als Nonsens. Ab und an wird das trademarkige Gequäke durch sonores Brummen ersetzt. »Life on earth is a lot of fun / The adventure has only just started«, heißt es auf »Ice Hockey«. Für Art Brut gilt das im Moment leider nicht mehr.

In drei Worten:  STILLSTAND/ HEDONISMUS/ PUNK