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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Wir heulen nicht, wir verschwinden«

Bratze

Am Montag verbreitete sich die Meldung wie das oft zitierte Lauffeuer: Bratze lösen sich auf. Die Hamburger Elektropunkband, das sind Kevin Hamann von ClickClickDecker und Norman Kolodziej alias Der Tante Renate.
Geschrieben am

2006 gegründet, um Singer-Songwriter und Electro miteinander zu verbinden. Ein Jahr später kam ihr erstes Album »Kraft« raus und vereinte Techno, Rave und Akustikstücke zu einem harmonischen Ganzen. Die Musikpresse war entzückt über diese neue Ko-Produktion aus dem Hause Audiolith. Nach dem Erfolg des Debüts war die zweite Platte »Korrektur nach unten« keine einfache Aufgabe. »Nach der letzten Platte haben wir uns oft gewundert, dass einem die Leute so schnell sagten: >Ihr seid so und so<, und wir oft dachten: >Mmh, ja, ein bisschen habt ihr recht, aber letztlich auch nicht.< Daher soll die Platte da auch alle vor den Kopf stoßen, die schon meinten, sie wüssten, was Bratze ist.« (Norman Kolodziej, Intro #181, April 2010)

»Korrektur nach unten« wurde dann ebenfalls von den Fans und Kritikern gefeiert. Fetter ist der Sound geworden. Noch mehr Instrumente. Verweigerung die Aussage. 2012 veröffentlichten Hamann und Kolodziej den dritten Langspieler »Highlight«. Ein Jahr vorher gab es schon einmal eine kurze Pause. Jetzt, die Auflösung. Das Ende des Projekts.

 

Im Laufe der Jahre haben sich Bratze eine treue Anhängerschaft erspielt und die zeigt sich auf Facebook schockiert über das plötzliche Aus. Am 2. Oktober haben beide noch einen letzten Gig im Hamburger Molotow angekündigt. Die Karten waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft, so dass das Konzert jetzt auf den Folgetag ins geräumigere Übel & Gefährlich verlegt wurde. Ihr finaler Auftritt wurde vom Duo selbst als öffentliches Begräbnis angekündigt, um sich mit den Worten »Dann ist Schluss« zu verabschieden. Bratze wird vermisst werden, denn selten hat eine deutsche Band es geschafft Electro und Indie so glaubhaft und wirksam zu kombinieren. Thank you for the Music.