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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Brood X«

Boss Hog

Jon Spencer und Cristina Martinez kehren nach 16-jähriger Pause mit einem neuen Album ihrer gemeinsamen Band zurück. Zum Glück hat sich an ihrem ruppig-poppigen Garage-Blues-Weltbild nicht viel geändert.
Geschrieben am
Wer Jon Spencers Werk in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass der Blues auch bei seinem Seitenprojekt Boss Hog eine wichtige Rolle spielt und immer schon gespielt hat. Blues nicht im Sinne verschwitzter Gitarrensoli und biergetränkter Kneipenmelancholie, sondern in Hinsicht auf intensive, knochentrockene Ruppigkeit. Die war auch auf Boss Hogs letztem, gefeierten Album »Whiteout« im Jahr 2000 schon da, aber mit viel Beat-Blumigkeit und etwas mehr Charts-Gefügigkeit gewürzt. Auf »Brood X« zeigt die lange Auszeit (die zumindest für Martinez wohl auch der selbst gewählten Elternzeit für den gemeinsamen Sohn geschuldet war) aber eine entschlackende Wirkung abseits des sich dann doch deutlich gewandelten Musikgeschäfts. Verkürzt gesagt sind Boss Hog 2017 in etwa die Blues Explosion mit weiblichem Gesang sowie ein paar melodiöseren Rundungen, die bei der Hauptband gewöhnlich von zertrümmernden Gitarren und Feedback erschlagen werden. Rockmusik ohne direkte Zitate, Klischees oder abgelutschte Posen, aber mit einem warmherzigen Flashback der 1960er inklusive aufgeschürfter Kanten an Omas goldbestickten Bordüren.

Boss Hog

Brood X

Release: 24.03.2017

℗ 2017 Bronze Rat Records