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»Borowski und die Frau am Fenster«: Ding Dong die Hex ist tot

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

»Ich höre«. Klarer Fall: Borowski, Kripo Kiel, am Telefon. Und damit wohl einer der vielversprechensten Ermittler im scheinbar immer dünner werdenden Feld der Sonntagabendkommisssare. Anscheinend traut man sich nicht, einem wie Axel Milberg ein Scheißdrehbuch anzudrehen. »Borowski und die Frau am Fenster« macht da keine Ausnahme. Und auch die dürren Jahre (lies: Folgen) ohne attraktive Kollegin nach dem Abgang der Psychologin Jung sind für den kauzigen Küstenbewohner offenbar passé. Etwas seltsam allerdings, dass Sibel Kekili (nun als aufstrebende Kollegin Brandt an seiner Seite) einige Folgen zuvor bereits in einer offenbar ganz anderen Rolle eingeführt wurde.

Das schöne an Kieler Tatorten: Sie bieten fast immer schlichtweg gut inszenierte Kriminalfälle ohne Betroffenheitsgestus und mit einem lakonischen Witz, der quasi die Antithese zu den Münsteraner Ulknudeln darstellt. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für gute Sonntagabendunterhaltung, die eben doch so einfach sein kann, vor allem, wenn man Schauspieler wie Sibylle Canonica (als Tierärztin psychisches Pulverfass Charlotte Delius) und Character wie Bauer Reens hat, bei dem man nie so recht weiß, was davon gespielt und was echt ist.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1317587508]Ich denke, dass das Gespann Sibel Kekilli und Axel Milberg durchaus noch Luft nach oben haben. Ansonsten war das ein guter Tatort mit wirklich guten Darstellern und ein paar interessanten Wendungen.[/usercomment]
Der wohnt wiederum anscheinend in der nicht mehr benötigten Kulisse des »Blair Witch Project«, mit zwei Leichen in der Güllegrube, von der die von vornherein als Mörderin feststehende Tierärztin mindestens eine fast Dexter-Style zur Strecke brachte. Ein solcher Rahmen bietet dann auch noch genügend Freiraum für ein bisschen Comedy, etwa wenn die Bewerber um die offene Kommissarstelle zum Wettraten in Borowskis Büro antreten müssen und die Kekili alle lang macht. In der Summer ergibt all das den bisher besten »Tatort« des Jahres.

Nächsten Sonntag (09.10.) ermitteln in »Das erste Opfer« wieder die Indieboys aus Stuttgart.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.