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»Borowski und der coole Hund«: Kiel Your Idols

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Schon wieder Borowski, Kripo Kiel? War doch neulich erst? Bei der ARD ist offensichtlich Gebührenzahlerpaybacktime, schließlich bilden der kauzige Kommissar (Axel Milberg) und seine noch frische Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) eines der besten und ausnahmsweise mal folgerichtig auch eines der beliebtesten Ermittlerduos. Und weil man bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar gerade die Spendierhosen an hat, hat man den neuesten Fall »Borowski und der coole Hund« an einen echten Henning Mankell angelehnt und mit Kameramann The Chau Ngo auch einen versierten Vertreter seiner Zunft engagiert, der mehr drauf hat als die üblichen Digital-Wackelkamera-Tricks und Hipstamatic-Filter. So stilvoll wie Borowski sich am Anfang morgens aus dem Bett pellt, den Kaffee aufbrüht und das Toast mit Butter beschmiert, möchte man gerne mal einsam sein.

Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die heute stimmen: Der stechende Schmerz im Backenzahn, den der Zuschauer jedes Mal förmlich spürt. Die gleißende Sonne, die nicht nur denen Kopfschmerzen bereitet, die sich gerade mit Tollwut angesteckt haben - dieser Kieler Fall ist ein synästhetisches Erlebnis.

Leider ist er auch ein bisschen vollgepackt, was den gemeinen Gebührenzahler möglicherweise zuweilen etwas irritiert: Ein im Versuchslabor mit Tollwut infizierter Hund, den ein Junkie nach einem Komplott mit einem latent eifersüchtelnden IT-Spezialisten im Wald aussetzt und der dann versehentlich nach Schweden eingeführt wird, dort ein Kind tödlich infiziert und dadurch zum Bindeglied für ein deutsch-schwedisches Ermittlungs-Jointventure mutiert? Ein aus Eifersucht mordender Sanitäter und ein hingemeuchelter Polizist, der nichts besseres zu tun hat, als am Tatort ein blutiges rotes Kreuz als Hinweis darauf zu hinterlassen? So kompliziert und konstruiert, wie es sich hier liest, ist es leider auch.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1320612706]Spannend war's. Aber auch etwas zuviel reingepackt und wirr. Die Tollwutstory habe ich echt nicht durchschaut. Milberg und Kekilli sind ein gutes Duo.[/usercomment]
Dafür aber auch konsequent hart und spannend bis zum Schluss, so muss der coole schwedische Porno-Kollege überraschend und auf grausame Art das Zeitliche segnen, aufgespießt auf ein paar Metallspitzen, die vom letzten Indiana-Jones-Dreh übrig geblieben sind. Weitere Lichtblicke: Sibel »Ich fahr schonmal den Wagen vor« Kekilli, die dieses Mal gottlob etwas weniger hanebüchen auf fremden Computern rumhackt sowie die sexsüchtige Ina Santamaria (Mavie Hörbiger), deren schleichende Paranoia den Zuschauer zuweilen an dem gerade gesehenen zweifeln lässt: War da nun jemand vor der Badezimmertür oder nicht? Das beste Ermittlerduo mit einem der besten Tatorte des Jahres.


Der »Tatort« macht schon wieder Pause, am kommenden Volkstrauertag (13.11.) soll vermutlich nicht ermittelt werden. Am 20.11. darf dann das neue Frankfurter Team um Joachim Król und Nina Kunzendorf wieder ran, »Der Tote im Nachtzug« ist ihr zweiter Fall.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.