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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Migration«

Bonobo

Die Welt ist Klang. Zumindest die von Produzent und Beat-Künstler Bonobo alias Simon Green. Auf seinem sechsten Album »Migration« gibt es daher wenig Kratzen, kaum Knistern, aber dafür viel tanzbare Eleganz.
Geschrieben am
Über Musik herrschen ein paar hartnäckige Irrtümer. Viele glauben, dass sie stets harmonisch sein müsse und dass ihr eine rhythmische Struktur zugrunde liegen sollte. Das mag sein, aber in erster Linie sollte Musik Emotionen vermitteln und das tut Bonobos Kunst, trotz reduzierter Vocals und sphärischer, vertrackter Beats seit jeher. Dennoch spielt in der Welt von Simon Green die Suche nach der inneren und musikalischen Harmonie auch nach 16 Jahren eine große Rolle. Nachdem er 2013 seine Wohnung in Brooklyn kündigte, um mit seinem fünften Album »The North Borders« 18 Monate um die Welt zu touren, verschlug es den heute 40-Jährigen kurzerhand und mit nur wenig Habseligkeiten nach Los Angeles. Diese räumliche Veränderung liegt seinem neuestem Werk »Migration« nicht nur im Titel, sondern auch klanglich zugrunde. Denn hört man genauer hin, spürt man regelrecht die kalifornische Hitze seiner Wahlheimat, die leichtfüßig, sphärisch, funkelnd und doch schwermütig in den neuen Songs ihren Raum findet. Um die Eindrücke seiner Reise festzuhalten, ließ Green auf beeindruckende Weise Außenaufnahmen wie einen Fahrstuhl in Hong Kong, Regen in Seattle und einen Wäschetrockner in Atlanta in seine Produktionen einfließen. Stimmlich bekam er dabei Unterstützung von Gästen wie Michael Milosh (Rhye), Nick Murphy (Chet Faker) und Nicole Miglis (Hundred Waters). Hypnotisch und eingängig tragen Tracks wie »Kerala« und »Break Apart« zur Rätselhaftigkeit des Gesamtkunstwerks Bonobo bei. Bonobo zu hören heißt eben, geduldig zu sein.

Bonobo

Migration

Release: 13.01.2017

℗ 2017 Ninja Tune