×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Der Hipster

Bodycheck

Die Kernschmelze: Der Hipster hat den Mainstream erreicht. 2013 – also the year hipster broke? Aber hallo! Linus Volkmanns Hipster vom Reißrett.
Geschrieben am

Popkulturelle Trends und Entwicklungen fallen nicht an Silvester wie eine Tür ins Schloss und öffnen sich mit neuer Überschrift einen Tag später wieder. Dennoch gibt es für 2013 eine große Kernschmelze zu konstatieren: Der Hipster hat den Mainstream erreicht. 2013 – also the year hipster broke? Aber hallo! Was (leider) nicht heißt, dass uns einige seiner Artefakte nicht noch die nächsten Jahre verfolgen werden. Doch eins werden sie nach diesem Jahr nicht mehr sein: cool und vorn. Wer’s trotzdem nicht lassen kann, hier kommt der Hipster zum Nachbauen.

 



 

Dreieck – Der grafische Goldschatz des Hipsters. Dieser Tage unglaublich gefragt auch als Tattoo. Aber in wenigen Jahren die unleugbare Insignie des Gestrigen. Vergleichbar mit den armen Schweinen, die heute mit diesen abgesagten Sterne-Tattoos auf der Haut rumlaufen müssen.

 

Diamant – Dreieck plus Dreieck plus Dreiecke ergibt ...? Genau, den Diamanten. Geometrie-Geilheit 2.0. Und Jay-Z hat für das teure Steinchen auch bereits ein Handzeichen erfunden.

 

Jutebeutel – Am Anfang war’s ja noch lustig und praktisch, später dann nur noch praktisch, jetzt mittlerweile eher peinlich. Hipster-Romane heißen »Genau mein Beutelschema« (Sebastian Lehmann), Jutebeutel sind beim »Wetten dass ...?«-Merch angekommen (also dem greisen ZDF), und demnächst machen Onkelz und Frei.Wild ihre Sprüche auf die Taschen. Sorry, dass wir es euch sagen müssen: Aber damit ist diese Nummer jetzt echt gelaufen.

 

Rucksack – Wer nicht auf dem Style-Status der Hörzu hängen bleiben will, sollte zumindest auf den Rucksack umgeschwenkt haben.

 

Bart – Der ironische Schnurrbart wurde mittlerweile völlig zugewuchert vom obligatorischen Vollbart. Ihre Erfüllung finden Look und Gag dabei – natürlich – in MC Fitti.

 

Konfetti – Grell, bunt und Fun. Und da heißt es, der Hipster würde nichts arbeiten. Hey, die ganze Zeit auf Partys, das schlaucht auch! »Kein Bock, aber Gästeliste« steht auf dem Beutel, und wenn man doch vor Ort ist: vor die Konfettikanonen stellen und »Feuer!«.

Dicke Brille – Diesen schon länger existierenden und dabei nur vermeintlich zeitlosen Trend hat der Hipster echt auf dem Gewissen. Denn wer heute eine dicke Brille trägt, steht verschärft unter Verdacht, einer zu sein. Das haben uns normal sehbehinderten Brillenotzis die Hipster eingebrockt. Shame on you!

 

Truckerkappe/Mütze – Hält warm und hilft berufsjugendlichen Stylern, die aufziehende Glatze zu verdecken. Dürfte den Crash allein schon deshalb überleben.

 

Club Mate – Red Bull Wodka ist mittlerweile total proll, Club Mate mit Alkohol stattdessen der Alcopop des Jahres. Und wer hat’s erfunden? Genau: der Prototyp des Genres, der Berlin-Hipster.

 

Röhrenjeans – Auch schon vor 2013 das Must-Have, sozusagen die Vorhaut des Hipster-Looks beziehungsweise neben der Brille einer seiner ersten großen Erfolge. Grundsätzlich gilt: Wenn’s nicht aussieht wie Bodypainting, ist’s zu baggy.

 

Vintage-Bandshirt – Mit nichts hat der Hipster mehr Sympathien verloren als über die Tatsache, dass man Ramones-Shirts jetzt bei H&M kaufen kann.

 

Instagram – Wer ungeachtet dessen, dass die Spezies Hipster ihre Halbwertszeit nun überschritten hat, mal einen daten will: ab zur Social-Media-Plattform instagram. Dort postet er Fotos von seinem Essen und vor allem seinen Sneakern. Sepia-Filter inklusive.