×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Patch The Sky«

Bob Mould

Hüsker Dü wird es nie wieder geben. Gute Songs vom ehemaligen Hüsker-Dü-Gitarristen Bob Mould aber schon. Auf »Patch The Sky« sind es sogar mehr als zuletzt.
Geschrieben am
Bob Mould ist ein Held. Vielleicht weniger aufgrund dieses Soloalbums, dem fünften in den letzten acht Jahren. Sondern weil er neuerlichen Gerüchten, wonach sich Hüsker Dü, eine Band, so wundervoll, brachial und seltsam wie nur wenige in der Geschichte des Rock, wiedervereinigen würden, vehement eine Absage erteilt hat. Mal wieder. Als vergilbte Polaroid-Fotos aus glücklichen Teenager-Tagen sollen sich andere Rock-Marken vom Primavera Festival an die Wand pinnen lassen. Natürlich ist »Patch The Sky« kein zweites »Zen Arcade«. Es umreißt, wie alle Mould-Alben der vergangenen 15 Jahre, den agilen, mitunter auch mal drögeren Elder-Statesman-Punk eines Mannes, der Depression und Wut in seiner aktuellen Lebensphase zu dosieren vermag. Aber immerhin: Auf »Patch The Sky« wirkt Mould entschlossener als zuletzt. Der hymnische Nähmaschinen-Punk seiner 1990er-Band Sugar blitzt häufiger als Eigenreferenz auf. Das letzte Stück »Monument« erinnert in seiner wundervoll deprimierten Grundstimmung gar an Moulds dunkles Zeitalter, an jene frühe, von Krisen geprägte Solo-Phase direkt nach dem Ende von Hüsker Dü. Auch witzig: Mehrfach klingt »Patch The Sky« nach den Foo Fighters – wenn die mal wieder einen guten Song geschrieben hätten. Mould-Freund Dave Grohl sitzt bestimmt gerade zu Hause und freut sich über dieses Album. Oder er denkt sich: »Scheiße.«

Bob Mould

Patch the Sky

Release: 25.03.2016

℗ 2016 Merge Records

Bob Mould »Patch The Sky« (Merge / Cargo / VÖ 25.03.16)