×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Three Humid Nights In The Cypress Trees

Bloodlet

Bloodlet haben sich in vier Jahren Auszeit merklich verändert, der Grundtenor ist geblieben. Es geht um Verzweiflung, Krankheit, Selbstzerstörung, Apokalypse. Klingt nicht schlecht. Bloodlet waren bis 1998 Vorreiter, was schleppenden, düsteren und vertrackten Hardcore anging. Das letzte Album “
Geschrieben am

Bloodlet haben sich in vier Jahren Auszeit merklich verändert, der Grundtenor ist geblieben. Es geht um Verzweiflung, Krankheit, Selbstzerstörung, Apokalypse. Klingt nicht schlecht. Bloodlet waren bis 1998 Vorreiter, was schleppenden, düsteren und vertrackten Hardcore anging. Das letzte Album “The Seraphim Fall” war dann mit seiner unbequemen Mischung von Hardcore, Metal, Noise und Irrsinn zwar so etwas wie ein Meilenstein, vor lauter Düsternis und Verschrobenheit jedoch fast unhörbar. Weniger unversöhnlich und aggressiv sind Bloodlet noch immer nicht, aber sie haben ihr musikalisches Spektrum erweitert, zuviel Ballast vermieden und kommen damit schon zu regelrecht nachvollziehbaren Songs. “Three Humid Nights In the Cypress Trees” haben sie in nur neun Tagen im Electrical Audio Studio in Chicago aufgenommen; produziert und gemischt hat Steve Albini (Shellac, Produzent für - wer wüsste es nicht? - u. a. Pixies und Nirvana). Das hört man dem Album an: Es hat eine deutliche Tendenz zu Noiserock, zu Helmet-Riffs und Unsane-Dampfwalze. Scott Angelacos singt und schreit sich durch ein Gesamtwerk von zwölf Songs, das die intensivsten Momente erreicht, wenn er seine niederschmetternden Texte teils beschwörend, teils mit verhaltener Wut rezitiert und dabei gar an Nick Cave erinnert. “Three Humid Nights In The Cypress Trees” ist anstrengend, aber sehr interessant. Hardcore-Puristen dürfte “Suicide Notes And Butterfly Kisses” des Victory-Neuzugangs Atreyu allerdings mehr erfreuen. Die tummeln sich zwischen Hatebreed, Grade und Killswitch Engage und haben besonders von Poison The Well viel gelernt. Letztgenannte haben in ihren Songs immer Platz für Gesang und Ausflüge in Richtung Emo und/oder Metal, innerhalb eines recht klassischen Newschool-Hardcore-Gerüstes. Atreyu kommen damit wohl zur rechten Zeit. Nicht nur für Victory, die gerade Hatebreed und Thursday an Majorlabel verloren haben, sondern auch für den Fan, dem Thrice nicht heavy genug sind. Ein vielversprechender Newcomer? Genau. Nur müssen Atreyu wohl noch ein wenig auf die Wiese, um wirklich unverwechselbar zu werden.