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Cupid Deluxe

Blood Orange

Blood Orange verhält sich zu R’n’B wie Fernsehen zur (sogenannten) Wirklichkeit. Der Musik wohnt eine abbildhafte Qualität inne, ohne jedoch den Eindruck zu erwecken, der Band gehe es lediglich darum, ehemals verbotenes Terrain als cool umzuwerten.
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Hinter Blood Orange verbirgt sich Dev Hynes, ehemals aktiv bei Test Icicles sowie als Soloact Lightspeed Champion. Auf diesem, dem zweiten Blood-Orange-Album dominiert ein zeitgemäßer, an federnden Achtziger-Synthie-Sounds und Drumcomputern orientierter R’n’B-Ansatz. Dabei handelt es sich hier um die Sorte R’n’B, die nicht extrovertiert angelegt ist, sondern eher traurig und leidend. Kindness oder den frühen Twin Shadow könnte man als Referenzen nennen. Blood Orange verhält sich zu R’n’B wie Fernsehen zur (sogenannten) Wirklichkeit. Der Musik wohnt eine abbildhafte Qualität inne, ohne jedoch den Eindruck zu erwecken, der Band gehe es lediglich darum, ehemals verbotenes Terrain als cool umzuwerten. Zugute kommt Blood Orange, dass Musik heute weitaus weniger voreingenommen wahrgenommen wird. Vor diesem Hintergrund klingt selbst das Saxofonsolo am Ende des von Pitchfork schon mit Schaum vorm Mund und nicht ganz zu Unrecht als »best new track« titulierten »Chamakay« genau richtig. Außerdem mag sich das unterschwellig schwelende Softrock-Revival hier positiv auswirken. Blood Orange haben die Zeichen der Zeit erkannt und wenden sie auf clevere Weise auf ihre Musik an.

 

In drei Worten: Synthie / R’n’B / Kindness