×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Urban Nature«

Blaney feat. Mark E. Smith

Der alte Haudegen Blaney lässt auf seinem neuen Album dank Working-Class-Charme und klasse Songwriting nichts anbrennen.
Geschrieben am
Nein, Blaney ist kein Gangsta-Rapper. Ein erster Blick auf das Cover könnte ihn aber glatt in diese Ecke stellen. Doch seinem ebenso spitzfindigen wie melancholischen Blick fehlt die Aggressivität. Street-Credibility hat der Mann dennoch. Nach Jahren auf Tour mit The Fall hat der Engländer genauso viel erlebt wie durch seine Working-Class-Sozialisation. Seine Stimme ist windschief, die Geschichten pendeln zwischen Pub-Besuch und dem ironisch resignativen Umgang mit der Liebe und ihren Folgen. Gleichzeitig ist das Album auch eine lokale Angelegenheit: Ed Blaney wuchs in der nordenglischen Industrie-Stadt Salford auf, und die Erlebnisse von dort sind mal explizit, dann wieder in Nuancen Thema auf dieser Platte. Sein Partner ist Arbeitstier und The Fall-Frontmann Mark E. Smith, der wieder einmal auf einigen Stücken stimmlich aushilft und nebenbei dafür verantwortlich ist, das Album von jeglicher Gefälligkeit zu befreien. Was die Platte zusätzlich trägt, ist ihre Unvorhersehbarkeit: Muskulöser Brit-Rock (»Diamond«) steht neben sensiblen Balladen (»Secrets«) und Spoken-Word-Spielereien (»The Coat«). Insgesamt ziemlich großartig.
Blaney feat. Mark E. Smith »Urban Nature« (Yerrrr Pro / Cargo / VÖ 08.07.16)