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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Cleanride

Blainbieter

Fängt ja schwer Pink-Floyd’ig an, diese Platte. Nach einem ziemlich langen, einlullenden Rhodes-Intro jault die Gitarre los, so dass mir Bilder aus dem tollen Musikfilm “Pink Floyd Live At Pompey” ins Hirn schießen. Und zwar genau die Szene, wo David Gilmore den armen Hund quält, damit der ins Mikro
Geschrieben am

Fängt ja schwer Pink-Floyd’ig an, diese Platte. Nach einem ziemlich langen, einlullenden Rhodes-Intro jault die Gitarre los, so dass mir Bilder aus dem tollen Musikfilm “Pink Floyd Live At Pompey” ins Hirn schießen. Und zwar genau die Szene, wo David Gilmore den armen Hund quält, damit der ins Mikrofon heult. Währenddessen macht sich auf dem ersten Stück des Blainbieter-Albums “Cleanride” eine wabernde Hammond-Organ breit und wird von der Bassline vorangetrieben, bis sie im psychedelischen Noise untergeht. Auf Stück #2 und #3 ist dann eher instrumentaler Indierock der gepflegteren Sorte angesagt. Ein Blick ins Booklet zeigt fünf gesetzte Herren auf dem Bandfoto. Alles klar! Kann man schon langweilig finden, so was. Aus Respekt vor dem veröffentlichenden Label höre ich mir die Platte trotzdem mehrfach an, und es passiert tatsächlich das, was man so oft schon erlebt hat: Aus altbekannten, fast etwas abgenutzten Elementen kristallisieren sich auf einmal schöne Harmonien heraus, stilvolle Klänge werden gekonnt übereinander geschichtet. An den entscheidenden Stellen schlägt die Stimmung plötzlich um, es wird Spannung aufgebaut. Man hört, dass hier mit viel Gelassenheit und Geduld daran gearbeitet wurde, die Stücke funktionieren zu lassen. Eine angenehm unaufgeregte Platte, die man vielleicht erst zur Seite legt, dann jedoch nach und nach kennen lernt und schließlich immer wieder gerne auflegt, weil sie einen so gut begleitet bei dem, was man den ganzen Tag über so treibt.