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Black Up

Shabazz Palaces

Das Ganze erinnert in Look und Feel an die zerstörten HipHop-Dub-Bastarde, die das Label Wordsound in den 90ern aus Brooklyn abschoss, ist aber um einiges eleganter und subtiler als das brachiale Dope von Spectre, Sensational und Co. geraten.
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Die Wege des HipHop sind unergründlich. Oder was soll man sonst dazu sagen, wenn Rich Jensen, der ehemalige Geschäftsführer von Sub Pop, seinen Eindruck vom Auftritt eines obskuren HipHop-Acts in einem Club in Seattle mit den Gefühlen vergleicht, die er bei einem frühen Konzert von Nirvana gehabt habe. Sicher, man kann vielleicht feststellen, dass Jensen möglicherweise verrückt geworden ist. Musik wie die von Shabazz Palace ist dazu angelegt, Hörer verrückt zu machen. Nichtsdestotrotz fällt jetzt allerorten gleißendes Spotlight auf das in dunklem Kunstsamt gehaltene Album »Black Up«, und zwar nicht nur, weil es tatsächlich auf Sub Pop erscheint, sondern auch, weil es ein derartiges Mordsding aus rückwärts gespulten Beats, hinterhältigen Basswürmern, effizienten Raps und allerlei sparsam eingestreuter mystischer Extravaganz geworden ist.

Das Ganze erinnert in Look und Feel am ehesten noch an die zerstörten HipHop-Dub-Bastarde, die das Label Wordsound in den 90ern aus Brooklyn abschoss, ist aber um einiges eleganter und subtiler als das brachiale Dope von Spectre, Sensational und Co.geraten. Ishmael Butler (ehemals Teil von Digable Planets und jetzt Kopf von Shabazz Palaces) stammt zwar ebenfalls aus New York, musste aber offensichtlich erst nach Seattle emigrieren, um das bisher beste HipHop-Album des Jahres zu bringen. Einfach unergründlich eben. Und ein formvollendeter Trip.

In drei Worten: SUBHOP / BASSWURM / NIRVANA