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Bitte einsteigen! Innovationscamp fördert kreative Köpfe

Web 2.0 und so...

Mit dem Innovationscamp Palomar5 bietet ein junges Team kreativen und motivierten Menschen subventionierte Plätze, um ihren Ideen freien Lauf zu lassen...
Geschrieben am
Deutschland ist nicht gerade bekannt und beliebt für die Förderung von Selbstständigkeit. Die Festanstellung ist immer noch oberstes Ziel. Mit dem Innovationscamp Palomar5 stemmen sich sechs junge Menschen dagegen und bieten kreativen und motivierten Menschen 30 subventionierte Plätze, um ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Mitmachen darf vom Musiker bis hin zum Computer-Geek jeder. Ein Interview mit Palomar5-Mitglied Jonathan Imme.


Was ist Palomar und wer steckt dahinter?
Palomar5 ist eine Anfang 2009 gegründete Initiative mit dem Ziel, ein internationales Netzwerk aus spannenden, kreativen und motivierten Menschen mit einer digitalen Denke aufzubauen, um gemeinsam die Arbeitswelt von morgen aktiv mitzugestalten. Unser erstes großes Projekt ist ein sechswöchiges Innovationscamp, dass vom 9. Oktober bis 24. November 2009 in der Berliner Malzfabrik (siehe Foto) stattfindet. Dort stellen wir 30 ausgewählten jungen Köpfen Raum & Ressourcen bereit, um ihre Ideen zur Arbeitswelt der Zukunft gemeinsam weiterentwickeln und praktisch umsetzen können. Hinter Palomar5 steht ein sechsköpfiges Kernteam (alle um die 25 Jahre), die seit Anfang des Jahres rund um die Uhr an der Vorbereitung des Camps im Herbst und dem Aufbau des Netzwerks arbeiten.



Palomar beschreibt sich als non-profit Initiative. Was ist Deine Aufgabe bei dem Projekt und warum machst Du das umsonst?
Ich bin Mit-Ideengeber des Projekts und kümmere mich momentan hauptsächlich um die Kommunikation mit der Außenwelt und die Betreuung der Sponsoren. Wir zahlen uns inzwischen aus dem Projektbudget ein kleines Gehalt, da wir Vollzeit im und für den Verein arbeiten und verständlicherweise auch irgendwie über die Runden kommen müssen.

Eigentlich hätten wir selbst alle nur gerne an einem Innovationsformat wie Palomar5 teilgenommen. Aber da wir nichts Vergleichbares gefunden hatten, sind wir in die Organisatoren-Rolle geschlüpft. Die Möglichkeit, diesen kreativen Space jetzt tatsächlich nach den eigenen Vorstellungen verwirklichen zu können ist Antriebskraft genug, die krassen Arbeitszeiten und den eigenen Kontoauszug weitgehend aus dem Blickfeld zu verlieren...

Schaut man sich Euer Werbe-Video und den anschließenden Trailer für das Palomar-Projekt an, bekommt man das Gefühl, dass Ihr die Veranstaltung sehr amerikanisch aufzieht. Zudem werdet Ihr von der Deutschen Telekom unterstützt. Wie passt das zu einer non-profit Initiative?
Wenn du mit "amerikanisch" weniger deutsche Bürokratie, den festen Glauben an den eigenen Traum und eine "weniger reden, mehr machen"-Attitüde meinst - ja, dann sind die amerikanischen Innovationsformate in der Tat Vorbild. Der Pixar-Einschlag im Trailer ist natürlich nicht zu übersehen, vielleicht wirkt er auf manche auch recht cheesy. Aber meiner Meinung nach braucht man eine gewisse Portion Naivität und träumerische Vorstellungskraft um wirklich etwas bewegen zu können.



Wie die Deutsche Telekom zu einer non-profit Initiative passt? Schnell erklärt: wir bringen zwar unsere ganze Energie und unsere Netzwerke ein, aber ohne externe Partner war das Projekt in der Größe für uns nicht alleine stemmbar. Die Telekom unterstützt uns mit Cash und hilft uns, weitere Partner aus der Wirtschaft auf das Projekt aufmerksam zu machen. Wir wollen mit unseren Ergebnisse aus dem Camp ja auch nicht in Schönheit sterben. Schließlich haben wir uns auf die Fahne geschrieben, Tools, Modelle und Lösungen zu entwickeln, mit denen unsere Generation entspannter und effektiver arbeiten kann. Und wenn man da wirklich was in Gang treten will, muss man die Wirtschaft mit ins Boot holen.

Auf der nächsten Seite: Wer macht mit, wer wird noch gesucht?

Mit dem Innovationscamp Palomar5 stemmen sich sechs junge Menschen dagegen und bieten kreativen und motivierten Menschen 30 subventionierte Plätze, um ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Mitmachen darf vom Musiker bis hin zum Computer-Geek jeder. Ein Interview mit Palomar5-Mitglied Jonathan Imme.

Wen sucht Ihr für Euer Labor?
Wir suchen junge Quer- und Vordenker zwischen 18 und 30 Jahren aus der ganzen Welt. Dabei wollen wir eine gute Mischung aus verschiedenen Kulturen und Disziplinen hinkriegen, das heißt der Künstler ist genauso willkommen wie der Hacker, der Entrepreneur, der Philosoph oder der junge Wissenschaftler. Wichtig ist, dass die Leute Leidenschaft, soziale Kompetenz, Ideen und Tatendrang mitbringen. Bis zum 31. August kann man sich noch online unter www.palomar5.org für einen der 30 Plätze auf dem Camp bewerben. Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung etc. können wir dank unserer Sponsoren übernehmen.

Im Trailer werden Spezialisten angekündigt, die sich mit den Projekten auseinandersetzen… Könnt Ihr schon Namen oder Firmen nennen, die euch da unterstützen?
Wir sind gerade dabei, eine Mischung aus spannenden Experten zusammenzustellen und diese in die Camp-Dramaturgie einzubauen. Wir veröffentlichen innerhalb der nächsten zwei Wochen die ersten Namen auf unserer Website. Soviel sei aber schon verraten: vom Großkonzerngründer über den sozialen Aktivisten bis hin zum durchgeknallten Physiker wird alles dabei sein.

Was passiert nach der Veranstaltung?
Am 23. und 24. November wird es einen zweitägigen Summit geben, zu dem Entscheider aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Medienvertreter kommen - am 2. Tag ist auch die breite interessierte Öffentlichkeit eingeladen, in die temporäre Arbeitswelt der jungen Generation einzutauchen und zu entdecken, was denn nun bei raus gekommen ist. Das Camp und die Ergebnisse kann man natürlich auch online mitverfolgen.

Idealerweise finden auf dem Summit Organisationen und Teilnehmer zusammen, die die Ergebnisse dann gemeinsam in Pilotprojekten in der Praxis ausprobieren. Wenn es einer Profit-Orientierung dient, soll das ganze natürlich dann auch entsprechend vergütet werden.

Generell planen wir, unser Netzwerk an spannenden jungen Köpfen kontinuierlich auszubauen und auch 2010 und in den Jahren danach regelmäßig solche Innovationscamps durchzuführen. Palomar5 soll also keine Eintagsfliege werden. Aber natürlich müssen wir dieses Jahr erst mal beweisen, dass wir wirklich etwas Spannendes entstehen lassen können, bevor wir zu tief in die Glaskugel schauen...

Danke für das Interview.

Website: www.palomar5.org


Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für intro.de berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
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