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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Damian Abraham (Fucked Up)

Bitte bleiben Sie gesund!

Der monatliche Gesundheitscheck mit Damian Abraham von Fucked Up.
Geschrieben am

Was war die übelste Krankheit, die du jemals hattest?

Ich trage schon mein ganzes Leben eine Angststörung mit mir herum.

 

Welche Symptome gibt es dabei?

Mich schränken am meisten die wiederkehrenden Panikattacken ein.

 

Wie wurde das behandelt?

Dagegen gibt es keine Heilung, ich habe über Jahre Medikamente bekommen – ergebnislos. Jetzt bekomme ich Marihuana auf Rezept, um damit umzugehen.

 

Was ist dein Lieblingsmedikament?

Zum Glück genau das, was ich erhalte: Weed!

 

Wie kurierst du den berüchtigten, unvermeidlichen Tourschnupfen bei Konzertreisen in Herbst und Winter?

Wir gehen uns alle aus dem Weg – auch wenn keiner krank ist ...

Mein lieber Mann,

 

Sie machen uns ja die ohnehin überdrehte, drogengefährdete Leserschaft wuschig – mit ihrem Ganja-Plädoyer. Bei allem Respekt für diese Behandlungsmethode sei vorausgeschickt: Als häufiger Auslöser für Angststörungen und Panikattacken gilt neben Helene Fischer der regelmäßige oder auch einmalige Gebrauch von Rauschmitteln.

 

Im weiten Feld der Angststörungen unterscheidet man zwischen konkreten und unspezifischen Formen. Konkret gibt es da zum Beispiel die Klassiker Spinnen, öffentliche Plätze, Höhe oder den Arztbesuch samt Blutabnahme. Seltener manifestiert sich die Paraskavedektariaphobie, hier treibt einem die Angst vor Freitag, dem 13., Schweißperlen auf die Stirn, praktischer wäre ja der 29. Februar. Wollen Sie sich das merken? Falls ja: wieder ein Punkt beim nächsten Quizduell »Körper & Geist« mehr für Sie. 

 

Zu den unspezifischen Angststörungen zählt die erwähnte Panikattacke, wobei ohne ersichtlichen Grund boygroupartige Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Engegefühl, Schwindel und Zittern auftreten. Bei drastischen Attacken helfen in Ausnahmefällen Beruhigungsmittel, welche jedoch ein großes Suchtpotenzial bergen.

 

Hat man eine körperliche Ursache wie Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse ausgeschlossen, empfiehlt sich die Durchführung einer Psychotherapie. Bei den konkreten Angststörungen gibt es Ansätze mit schrittweiser Exposition oder direkter maximaler Konfrontation mit dem Angst auslösenden Faktor. Weiterhin werden Antidepressiva und Neuroleptika medikamentös angewandt.

 

Therapiewege basierend auf Cannabis-Konsum sind dagegen eher selten. Sie können sich also, wenn Sie von der Behandlung profitieren, glücklich schätzen. Einen Gruß an ihren behandelnden Schamanen.

 

Peace, Doc Intro