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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Atom Shop

BILL NELSON

Es gibt so Wörter. Ausdrücke, die man hüben und drüben benutzt, hier und da für dieses, jenes und anderes. Und dann, gesetzt den Fall, man ist geneigt, kann man auf so oder so oder anders gelagerte sinnliche Zusammenhänge treffen - z. B. auf akustische -, die dem Wort so ganz und gar im inhaltlichen
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Autor: intro.de

Es gibt so Wörter. Ausdrücke, die man hüben und drüben benutzt, hier und da für dieses, jenes und anderes. Und dann, gesetzt den Fall, man ist geneigt, kann man auf so oder so oder anders gelagerte sinnliche Zusammenhänge treffen - z. B. auf akustische -, die dem Wort so ganz und gar im inhaltlichen Zusammenhang gerecht werden. BILL NELSON ist so ein Zusammenhang, und das Wort heißt "zauberhaft": "During my childhood, like many of my generation, I succumbed to the gloss and glamour of imported Americana. Seduced via the medium of comic books, cowboys, movies and music, I imagined an America of dreams ... a place of rustic, rural charm whose skies were gracefully traced by the vapour trails of rocketships, a place existing simultaneously in the distant past and the far future ...", schreibt NELSON in den Linernotes, und genau das isses: futuristischer Retro-Pop von (und für?) Mensch und Maschine. Zum dritten Mal in diesem thematischen Rahmen und im Alleingang (letzteres wegen finanzieller Probleme; NELSON bezeichnet diese Aufnahmen als Demos!) in der heimisch-ländlichen Enklave aufgenommen, ist "Atom Shop" nicht besser oder schlechter oder wirklich anders als die zwei Vorgänger "After The Satellite Sings" und "Confessions Of A Hyper Dreamer" - sondern wieder! Und gut so. Mikroprozessur, Handwerk und Stilreime aus Blues und Beat/s und Jazz und Tanz in vollkommener Eleganz, wie sie so nur aus der Alten Welt kommend vorstellbar ist und war - bzw. also sein wird, according to this. Symbiose statt Crosswas. Universalität von Musik, Existenz der Töne, kurz vor ihrer Wahrnehmbarkeit vom Baum genommen - all das und mehr mit einer beinah beiläufig aus dem Ärmel huschenden Leichtigkeit gesungen, gesagt und getan, daß es einem den Kragen lockert. Pop ist, wenn sich ein Lächeln, spürbar, während es entsteht, übers kurzweilige Sein ausbreitet. Fiction-science, so unwiderstehlich wie eine Spieluhr.
Auskunft über den Ursprung all dessen und was NELSON zwischen jetzt und seiner Zeit als Popstar und Chef von BEBOP DELUXE Anfang bis Ende der 70er so alles getrieben hat, gibt die von BILL selbst zusammengestellte DoCD "What Now, What Next" mit Aufnahmen, die in den 80ern auf seinem "Cocteau"-Label erschienen waren. Eine faszinierende Reise mit einem / in einen begeisterten Musiker, der rast-, aber nie ruhelos immer bestrebt war, seine Horizonte zu erweitern, ohne dabei je sich selbst zu verlieren. Stil. Einer wie keiner.