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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Confessions Of A Hyperdreamer (My Secret Studio, Vol. II)

Bill Nelson

Sie wird vielleicht nicht ganz so leicht zu finden sein, diese Do-CD-Box, und kosten wird sie als solche natürlich auch ein bißchen mehr. Aber es wäre die Mühe und den finanziellen Kraftakt wert. Daß BILL NELSON (sophisticated Ex-Popstar bei BE-BOP DELUXE in den mittleren Siebzigern, Ambient- und El
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Autor: intro.de

Sie wird vielleicht nicht ganz so leicht zu finden sein, diese Do-CD-Box, und kosten wird sie als solche natürlich auch ein bißchen mehr. Aber es wäre die Mühe und den finanziellen Kraftakt wert. Daß BILL NELSON (sophisticated Ex-Popstar bei BE-BOP DELUXE in den mittleren Siebzigern, Ambient- und Elektro-Pionier, Tüftler und archetypischer „musician's musician' mit Ehrfurcht gebietendem Ruf nicht nur, aber vor allem unter Gitarristen) heutzutage nurmehr wenigen Leuten ein Begriff ist, kann eigentlich nur daran liegen, daß weder er noch jemand anders in seinem Auftrag sich sonderlich um Popularität schert: Der Mann ist ein Eigenbrötler. Entsprechend im erneuten Alleingang in der Weltabgeschiedenheit seines „... somewhat minimalist home studio ...' (NELSON) aufgenommen, ist 'Confessions Of A Hyperdreamer' (!) ein ebenso angenehmer wie fesselnder Ausflug in eine ungleich hellere Parallelzukunft, deren lernfähige Menschheit besonnen und weise mit ihrem Planeten und den dann wunderbaren Errungenschaften der Technik umzugehen weiß - eine nicht-moderne Zukunft also, in dieser Klarheit die unvorstellbarste aller denkbaren Utopien. Als Mischung aus Instrumentals und NELSONs immer extrem einleuchtender Auffassung von Popsong ist die erste CD, 'Weird Critters', ein seinem '96er Vorgänger 'After The Satellite Sings' ebenso paßgenaues wie qualitativ äquivalentes Werk. Worldbeat und Jungle stehen neben astreinen Blueslicks, eine weibliche Sprechstimme aus dem fernen Osten wird im Loop vor minimalistisch tröpfelndem Klavier zur englischen Vokabel, und der deutlich hoffnungstrunken taumelnde 'Waltz At The End Of The World' (was man ja wunderbar so oder so verstehen kann) scheint ebendas herbeifeiern zu wollen, und immer ist Humor der allerfeinsten Webart da. CD Nr. 2 dann, 'Magnificent Dream People', ist die (von ein paar gesampelten Stimmen abgesehen) rein instrumentale Variante dieser Klang- und Vorstellungswelten, allerdings weit mehr als eine bloße Dreingabe und so stilbewußt intelligent in Szene, Melodie und Rhythmus versetzt, daß man flugs für einige Zeit zu einem der getitelten „Prachtvollen Traumleute' wird, ohne sich deshalb im mindesten albern oder veräppelt vorzukommen. Ungleich besser, zutreffender und in jedem Fall charmanter als der das Pathos zu vermeiden suchende Rezensent positioniert NELSON sich im Text von 'Birds And Blue Stuff' selbst in und um seine Welten und dazu: 'Well Billy's out there / ... / hands in his pockets / dreaming of rockets / listening to the sound.' Hallo Spaceboy!