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After The Satellite Sings

Bill Nelson

Alter Mann macht Jungle/Drum & Bass und läßt jungen Mann (GOLDIE) alt aussehen. Na gut, ganz so einfach ist es nicht. Auf jeden Fall ist der B-Bop-Deluxe-Gitarrist BILL NELSON nach über fünf Jahren mal wieder mit einem Soloalbum namens 'After The Satellite Sings' da. Diesmal keine Stummfilmmusik wie
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Autor: intro.de

Alter Mann macht Jungle/Drum & Bass und läßt jungen Mann (GOLDIE) alt aussehen. Na gut, ganz so einfach ist es nicht. Auf jeden Fall ist der B-Bop-Deluxe-Gitarrist BILL NELSON nach über fünf Jahren mal wieder mit einem Soloalbum namens 'After The Satellite Sings' da. Diesmal keine Stummfilmmusik wie für 'Das Kabinett Des Dr. Caligari' und auch keine Zusammenarbeit mit Y. Takahashi vom YELLOW MAGIC ORCHESTRA oder DAVID SYLVIAN, sondern ein komplett allein eingespieltes Album. Und nämliches hat es in sich. Schon bei der Eröffnung mit 'Deeply Dazzled' bleibt der Mund vor Erstaunen für geschlagene 5.54 Minuten geöffnet. Zarte Breakbeat-Häppchen treffen auf NELSONs gut geschmierte Stimme, die DAVID BOWIEs zu 99 Prozent gleicht und mit einigen E-Gitarren-Soli zusammen zu einer Art BOWIE-Metal-Breakbeat gerinnt. Mit der durch den ersten Track erzeugten Euphorie geht's auf 'Dreamster 2.L.R.' los. Es folgt stumpfer Rock, der sein Verfallsdatum schon lange überschritten hat. Der Rockgitarrist in NELSON hat hier Überhand gewonnen, und das schadet der gesamten LP! Und leider, leider gibt es noch einige dieser Fehlschläge. Gelegentlicher Gitarrenrotz und stinkendes Schlagzeug, faulige Streicher und wurmstichiger Bass sorgen hier und da für Abstriche. Dennoch bin ich gewillt, der Platte ein hochachtungsvolles 'Geil' entgegenzurufen. Nicht nur NELSONs vor Phett triefende Breakbeat-Versuche, sondern auch sein Soul (in 'Streamliner') und Ambient ('V-Ghost') gefallen. Ein an verschiedenen Stilen absolut vollgepacktes Album, das in diesem Jahr an Klasse nur von wenigen Musikern überboten werden wird.