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Bildergalerie: Beer'n'Booze'n'Thees

Das war das Fest van Cleef

Feiern unter Freunden: Unser Autor Mick Noll war beim Fest van Cleef im Essener DeltaPark dabei.
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Feiern unter Freunden: Unser Autor Mick Noll war beim Fest van Cleef im Essener DeltaPark dabei.

12.07.2009, Essen, DeltaPark.


Wieder ein Jahr rum und Deutschlands beliebtestes Label lädt zum 4. Mal zum Feste. Nachdem der Norden und Süden schon durch ist, ist nun der Westen dran - repräsentiert durch Essen. Die Location, der DeltaPark, ist gelungen gewählt: ein wenig industriell abgeranzt, aber voller Charme und für ein eingeschworenes Völklein wie die GHVC-Jünger, die ideale Ort um einen Sonn(en)tag bei toller Musik zu genießen. Klingt super - das Einzige, das nicht mitspielen zu wollen scheint ist der Himmel, der kurz vor Beginn um 15 Uhr grauer als grau ist.

Gisbert von Knyphausen samt Band eröffnen also diesen "Sommertag" und überzeugen mit geschlossenen Augen und geöffnetem Herzen. "Gute Nachrichten": Gisbert ist hier, so wie wir und sieht nach einhelliger Meinung der Umstehenden kein Stück scheiße aus, singt und sagt kein Bla-Bla-Bla und erteilt zu guter Letzt dem Wunsch eines Mannes aus dem Publikum nach einem Kind mit den nüchternen Worten "Das geht doch gar nicht" eine Absage. Passt!
Alte Wohnzimmerlampen auf den Verstärkern kündigen den deutschen Punk in Form von Muff Potter an und da Nagel mit ein Grund dafür ist, dass Thees es immer noch in Berlin aushält und dem GHVC-Chef die Band besonders am Herzen liegt, hat er ein Gedicht für sie geschrieben, in dem Nagel auf Hagel gereimt wird und "beer and booze" als charakterisierende Schlagwörter verwendet werden. "Alles nur geklaut", "Wunschkonzert", "Bis zum Mond", "Gute Aussicht" und "Wir sitzen so vorm Molotow" lauten die Stationen, letzteres eröffnet endlich den Pogo. Höhepunkt: Das traurige "22 Gleise später" verbunden mit dem Appell, sich niemals die Arme zu ritzen. "Den Haag" beendet das kurzweilige Set, Zugaben sind nicht drin - der Zeitplan ist eng. Fazit: Rockt!

Es folgt schönstes T-Shirt-Wetter für die Kilians, Thees verfünffachtem Genpool. Und weil ihm diese Band ganz besonders am Herzen liegt…ein Gedicht: Deutschland sollte dankbarer sein für diese Jungs, die Frauen nur nach Abgabe ihrer Einverständniserklärung anfassen und Thees zu dem Satz verleiten: "Wer diese Band nicht mag, hat Rockmusik nicht begriffen!". Aha. Die Sonne lacht, die Leute klatschen, tanzen und genießen einen durchaus grundsoliden Auftritt, bei dem von einer angeschlagenen Stimme kaum was zu merken ist. Nicht gerade bescheidene Sätze wie: "Kill The Kilians - ein verdammt gutes Album" gemahnen an Oasis und auch musikalisch liegen sie diesen bei "I Just Wanted To Pretend", gesungen von den Hartog und Uhlmann aka Captain Columbus, nahe - nicht ganz sauber, aber super! Am Ende lassen sich die Dinslakener mit hoch gerissenen Armen feiern und feiern sich auch selbst - und das zu Recht!

Es folgt die einzige nicht-deutsche Band: Why? Die Band liegt Thees am Herzen - deshalb: Gedicht: "Forgotten music on an Aldi mp3 player makes Uhlmann shiver and Wiebusch admits Thees' Musikgeschmack is not the biggest Scheiß!" Die vier Geeks auf der Bühne stellen erstmal fest, dass die letzten Tage "incredibly wonderful" waren und man sich "at home" gefühlt habe. Na, das beruhigt doch! Drums und Xylophon, Keyboards, Percussion, Gitarre, Bass, (kanonischer) Gesang und das zu großen Teilen gleichzeitig - das nenn ich mal musikalisches Multitasking! Zur Setlist kann ich dank Regen und aufgeweichter Notizen nicht mehr so viel sagen, aber "The Hollows" und "Song For The Sad Assasin" waren auf jeden Fall dabei, brachten gute Stimmung und ließen die Nässe schlicht und ergreifend vergessen. Spaß ist, wenn man trotzdem lacht![quizr]
Dann folgen die Hausherren Tomte und: kein Gedicht! Man beklatscht sich nicht selbst! "Die Schönheit der Chance" zieht direkt, lautes Mitsingen auch bei "Wie sieht's aus in Hamburg", "So soll es sein", "Heureka" und "Korn & Sprite". Und noch viel wichtiger: bis dato keine Ansagen… Aber dann: Während "Buchstaben über der Stadt" greift eine "von Ich+Ich und 2raumwohnung gesteuerte Wespe" an und Thees kommt nicht um den Gedanken, ob der Sani an Ort und Stelle einen Luftröhrenschnitt vollziehen könnte. Kann er! Alles gut! "Voran, voran", "New York", "Nichts ist so schön…", "Ich sang die ganze Zeit von dir", schlussendlich die Verabschiedung: "Danke, dass ihr beim Festival von unserem Label seid!" und runter. War wie immer - mit echtem Klavier on top!

Es folgt der letzte Act des Tages und die Leute mit den "Too old to die young"-Shirts kommen nach vorne: Element Of Crime geben sich die Ehre und auch hierfür gibt es ein paar Zeilen: Lyrik wie Fußball und Champagner und die Klarstellung, dass Sven Regener Bier lieber mag als die Musik von Tomte! Und dann treten die Senioren der Familie van Cleef ihren Auftritt mit Trompete und Geige und einem Bestseller-Autor in der Mitte an: "Immer unterwegs - niemals zu spät", "Delmenhorst", "Die letzte U-Bahn fährt später", "Kaffee und Karen", alles dabei - alles super! Wo jüngere Bands "Rock'n'Roll" schreien, reckt Regener die Arme in die Luft und ruft "ROMANTIK!" Diesmal gibt es Zugaben - gleich füng. Und da man ja schließlich nicht alle Lieder selbst schreiben kann, ist das letzte dann "Storms On The Ocean" von June Carter Cash. "Vielen Dank! Macht's gut!"

Der Wind hat sich gelegt
die Sonne kommt heraus
Musik war wunderbar
danke van Cleef - bis nächstes Jahr!