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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»A Mineral Love«

Bibio

Bibio macht sich auf die Suche nach seinen musikalischen Wurzeln. »A Mineral Love« sind 38 Jahre Sound-Sozialisation ganz ohne Samples.
Geschrieben am
Mit seiner Idee, ein Album zu machen, das auf den Theme-Songs der eigenen Kindheit basiert, ist M83 nicht alleine. Auch Bibio hat für sein aktuelles Album Rückschau auf seine akustische Sozialisation zwischen Mattscheibe, Plattenladen und Club-Besuchen gehalten und mit »A Mineral Love« eine ausgetüftelte und detailverliebte Ode an die gehörgekoppelte Erinnerung geschaffen – wohlgemerkt, ohne auf ein einziges Sample zurückzugreifen. Genau dieser Umstand macht dieses achte Album von Stephen Wilkinson aber so fantastisch. Nach dem Eröffnungsstück »Petals«, das wie ein ursprünglich von den Eltern stammendes und jetzt von Wilkinson neu interpretiertes Schlaflied anmutet, nickt man auf sehr angenehme Weise ein und findet sich im nächsten Song direkt in der Kindheit wieder. »A Mineral Love« ist Kaufhausgedudel galore, während es mit »Raxeira«, das an den Theme-Song einer wenig aufregenden Kindersendung erinnert, wieder zurück nach Hause geht. Das Indie-Stück »Town & Country« inszeniert vielleicht den ersten Konzertbesuch als Initiationsmoment, während »Feeling« nach dem unbedarften Wühlen in Papas Plattenkiste klingt, ehe »With The Thought Of Us« erste Tanzflur-Traumata aufarbeitet. Mag sein, dass Bibio seine musikalischen Einflüsse auch auf vorangegangenen Alben schon ergründet hat, so charmant wie auf »A Mineral Love« ist ihm das bis dato aber noch nicht gelungen.

Bibio

A Mineral Love

Release: 01.04.2016

℗ 2016 Warp Records

Bibio »A Mineral Love« (Warp / Rough Trade / VÖ 01.04.16)